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Lebensgefahr

„Würg-Challenges“ werden zum Problem an Wiener Schulen (VIDEO)

(FOTO: iStock/hapabapa/Dejan_Dundjerski)
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In einem besorgniserregenden Vorfall an der Hunsrück-Schule in Berlin-Kreuzberg haben zwei Schülerinnen eine Mitschülerin während einer sogenannten „Blackout-Challenge“ bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Dieser verstörende Trend, inspiriert durch eine virale Herausforderung auf der Social-Media-Plattform TikTok, ermutigt User dazu, sich oder andere bis zur Bewusstlosigkeit zu würgen und die Aktionen online zu teilen. Inzwischen gibt es auch in Wien fast täglich Vorfälle, in denen sich Schüler als Mutprobe gegenseitig würgen.

Reaktion und Aufarbeitung

Der Vorfall, der erst durch das Eingreifen eines aufmerksamen Elternteils aufgedeckt wurde, hat eine Welle der Bestürzung und Besorgnis unter den Eltern und Lehrkräften ausgelöst. Die Berliner Bildungsverwaltung und die Schulleitung haben unmittelbar Maßnahmen eingeleitet, um den Vorfall aufzuarbeiten und künftige Vorfälle dieser Art zu verhindern. Ein Sprecher der Bildungsverwaltung betonte die Wichtigkeit einer internen und lösungsorientierten Bearbeitung des Falles, die bereits im Gange ist. Neben der Aktivierung des Krisenteams wurden auch das Schulpsychologische und Inklusionspädagogische Beratungs- und Unterstützungszentrum (SIBUZ) in die Aufarbeitung eingebunden. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, ein sicheres und unterstützendes Umfeld für alle Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten.

Bereits mehrere Todesfälle

Die Gefährlichkeit dieses Trends wird durch das Beispiel zweier Mädchen aus den USA verdeutlicht. Die 8- und 9-Jährigen strangulierten sich mit einer Hundeleine und einem Seil zu Tode. Die Familien der Mädchen haben TikTok verklagt, da sie dem Netzwerk vorwerfen, die Challenge bewusst gefördert und die Kinder dadurch zum Erwürgen animiert zu haben. Auch in anderen Ländern wie Australien und Italien sind bereits Todesfälle durch die Blackout Challenge bekannt. Im Januar 2023 starb in Argentinien ein 12-jähriges Mädchen bei der Teilnahme an dieser Challenge. Weltweit stehen über 15 Todesfälle von Kindern und Jugendlichen im Zusammenhang mit der Blackout-Challenge. Italien sperrte nach dem Tod einer Zehnjährigen, sogar vorübergehend den Zugang zu Tiktok für Nutzer, deren Mindestalter von 13 Jahren nicht zweifelsfrei nachgewiesen ist. 

Größere Problematik sozialer Medien

Dieser Zwischenfall an der Hunsrück-Schule beleuchtet die dunklere Seite der sozialen Medien und der damit verbundenen Herausforderungen, denen sich Kinder und Jugendliche heute gegenübersehen. Die Verbreitung gefährlicher Trends und Challenges über Plattformen wie TikTok ruft bei Eltern, Erziehungsberechtigten und PädagogInnen berechtigte Besorgnis hervor. Es unterstreicht die Notwendigkeit einer verstärkten Aufklärung und Überwachung der Aktivitäten von Kindern und Jugendlichen im Internet, um sie vor potenziell lebensgefährlichen Trends zu schützen.