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Zooskandal

Zoo tötet alte Tiere – aus Platzmangel für Artenschutz!

Zoo tötet alte Tiere – aus Platzmangel für Artenschutz!
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Zootiere leben länger als ihre wilden Artgenossen – doch genau das wird für viele von ihnen zum Problem.

Weil Zootiere unter optimalen Bedingungen gehalten werden und gezielt ernährt werden, erreichen sie ein deutlich höheres Alter als Tiere in ihrer natürlichen Umgebung. Eine Untersuchung der Universität Zürich zeigt, dass Zoos weltweit mit stark überalterten Beständen konfrontiert sind – ein Umstand, der die langfristige Stabilität der Populationen bedroht. „Fehlt Nachwuchs und sterben zeitgleich alte Tiere, sind irgendwann keine Tiere mehr da“, erklärt Stefan Hoby, Tierarzt im Tierpark Bern, gegenüber der Zeitung.

Aktives Artenmanagement

Als Antwort auf dieses Problem setzt der Berner Tierpark nach Hobys Angaben auf ein „aktives Artenmanagement“ mit „respektvoller Tötung“. Die Tötungen sollen so schonend und stressfrei wie möglich ablaufen. In der Praxis bedeutet das: Ältere oder kranke Tiere werden gezielt getötet, um jüngeren Generationen Raum zu verschaffen.

Genau diese Praxis ist es jedoch, die die Überalterung der Zoopopulationen begünstigt, wie 20 Minuten berichtet. Ältere Tiere pflanzen sich seltener fort und belegen Plätze, die eigentlich für Jungtiere benötigt würden. Aus diesem Grund werden auch im Dählhölzli-Zoo ältere Tiere getötet, wie der Bund berichtet.

Ethischer Widerspruch

Aus dem Tierschutzumfeld kommt deutlicher Widerspruch. Der Berner Stadtrat Tobias Sennhauser, der als Sprecher der Tierrechtsorganisation „Tier im Fokus“ auftritt, sieht das Vorgehen als rechtlich und ethisch höchst problematisch an. „Tiere dürfen nicht wie austauschbare Objekte behandelt werden.“ Er fordert Alternativen zur Tötung sogenannter überzähliger Tiere und hat dazu einen politischen Vorstoß eingebracht.

Dieses Phänomen beschränkt sich keineswegs auf die Schweiz: Europäischen Zooverbänden zufolge werden jährlich tausende Tiere getötet, weil sie nicht in bestehende Zuchtprogramme passen oder schlicht kein Platz für sie vorhanden ist.

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KO KOSMO-Redaktion
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