Oberösterreich stärkt seine landwirtschaftliche Zukunft: Mit monatlich 120 Euro fördert das Land junge Menschen, die im elterlichen Betrieb mitarbeiten und sich auf die Hofübernahme vorbereiten.
Die Übernahme eines landwirtschaftlichen Betriebs erfordert mehr als nur Enthusiasmus – sie verlangt fundierte Kenntnisse und schrittweise Einarbeitung. Für diesen Übergang bietet das Land Oberösterreich nun gezielte Unterstützung an Familienbetriebe, die ihren Nachwuchs systematisch in die Betriebsführung einbinden möchten. „Wie in jedem anderen Unternehmen ist es unerlässlich, dass Fach- und Führungskräfte frühzeitig an die neue Aufgabe herangeführt werden“, betont Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP).
Die Komplexität landwirtschaftlicher Betriebe erfordert eine gründliche Vorbereitung auf die Übernahme, erklärt Langer-Weninger: „Landwirtschaftliche Betriebe sind komplexe Unternehmen, die nicht von heute auf morgen ohne Erfahrung übernommen werden können.“ Doch die wirtschaftlichen Gegebenheiten erschweren diesen Prozess: „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ermöglichen häufig keine Vollanstellung für das zukünftige betriebsleitende Familienmitglied.“
Finanzielle Förderung
Das Agrarressort reagiert darauf mit einem monatlichen Zuschuss von 120 Euro für junge Menschen, die hauptberuflich im elterlichen Betrieb mitarbeiten. Der Förderbetrag deckt zwar kein vollständiges Gehalt ab, erfüllt jedoch einen wichtigen Zweck. „Natürlich kein volles Gehalt für eine Fachkraft, aber das ist auch nicht das Ziel“, erläutert die Landesrätin.
Die finanzielle Hilfe soll primär bei Sozialversicherungskosten entlasten und gleichzeitig „ein Zeichen der Anerkennung für die wertvolle Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern und ihrer engagierten, jungen Nachfolgerinnen und Nachfolger“ darstellen. Im vergangenen Jahr nutzten 277 Antragsteller aus Oberösterreich diese Fördermöglichkeit, wobei insgesamt etwa 390.000 Euro ausgezahlt wurden.
Unterschiedliche Ansätze der Länder
Oberösterreich geht mit der monatlichen Förderung einen anderen Weg als etwa Niederösterreich, wo ebenfalls Junglandwirte gefördert werden. Dort setzt man auf eine einmalige Prämie von bis zu 15.000 Euro für die erstmalige Betriebsübernahme, die jedoch an spezielle Qualifikations- und Betriebsführungsnachweise geknüpft ist. Eine kontinuierliche monatliche Arbeitsplatzförderung wie in Oberösterreich gibt es dort nicht.
Zukunftssicherung
Nach Überzeugung der Landesrätin sind solche Fördermaßnahmen entscheidend, um den landwirtschaftlichen Nachwuchs zur Übernahme von Verantwortung zu motivieren. „Wir müssen sicherstellen, dass unsere bäuerlichen Betriebe auch in Zukunft erfolgreich und nachhaltig geführt werden.“ Dazu brauchen wir gut ausgebildete junge Menschen.
Die finanzielle Unterstützung stellt jedoch nur einen Baustein des Gesamtkonzepts dar. Parallel investiert das Land in umfassende Bildungsangebote für angehende Landwirte – sowohl durch die landwirtschaftlichen Fachschulen als auch über das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI).
Diese Einrichtungen vermitteln nicht nur praktische Fertigkeiten, sondern auch betriebswirtschaftliche Kompetenzen, die für die künftige Generation von Hofbesitzern unverzichtbar sind.