Ein 120-Meter-Turm, 468 Wohnungen, fünf Untergeschosse – und ein Investor mit Milliarden im Rücken. Belgrad bekommt ein neues Wahrzeichen.
Das Unternehmen Balkan Asset Management des bosnisch-herzegowinischen Unternehmers Mladen Milanovic Kaja hat einen entscheidenden Schritt in Richtung Realisierung eines seiner größten Vorhaben außerhalb Bosnien-Herzegowinas gesetzt. Wie das Portal BiznisInfo.ba unter Berufung auf ein vorliegendes Dokument berichtet, hat das serbische Ministerium für Bauwesen, Verkehr und Infrastruktur am 10. August 2026 die Standortgenehmigung für den Wohn- und Geschäftskomplex Mind Tower in Neu-Belgrad erteilt. Das Herzstück des Projekts wird ein 120 Meter hoher Wolkenkratzer sein.
Mit der Genehmigung hat der Investor jene Hürden überwunden, die zur Ablehnung eines früheren Antrags geführt hatten – der Weg für die weiteren Schritte zur Baugenehmigung ist damit frei.
Turm & Komplex
Der Turm bildet das architektonische Zentrum eines gestaffelten Gesamtkomplexes, dessen übrige Gebäudeteile auf Höhen von 60, 37 und 28 Metern abfallen. Damit soll der Mind Tower zu einem der markantesten Bauwerke an der westlichen Einfahrt nach Belgrad werden. Laut der erteilten Standortgenehmigung gliedert sich der Komplex in drei Gebäuderiegel: Riegel A, der höchste, wird bis zu 35 oberirdische Stockwerke umfassen, Riegel B kommt auf 16 und Riegel V auf neun Etagen.
Hinzu kommen mehrere Untergeschosse. Die gesamte oberirdische Brutto-Baufläche beläuft sich auf rund 88.483 Quadratmeter.
Das Dokument gibt auch Aufschluss über Details, die bislang nicht öffentlich bekannt waren. Insgesamt sind 468 Wohneinheiten unterschiedlicher Größe geplant. Der Löwenanteil entfällt auf Riegel A, wo 272 Wohnungen vorgesehen sind – darunter acht Business-Apartments im 33. und 34. Stockwerk sowie eine Gewerbefläche im 35. Stock.
In Riegel B sind 118 Wohnungen geplant, in Riegel V weitere 78. Ergänzt wird das Wohnangebot durch zahlreiche Geschäfts- und Gewerbeflächen im gesamten Komplex.
Besonders eindrucksvoll sind die Dimensionen des unterirdischen Teils: Fünf Untergeschosse beherbergen eine Gemeinschaftsgarage mit insgesamt 768 Stellplätzen, davon 45 für Menschen mit Behinderung. Die Zu- und Abfahrten sind von den Straßen Nova 1 und Nova 3 aus geplant. Im Erdgeschoss und auf den darüberliegenden Ebenen verteilen sich Gewerbe- und Geschäftsflächen, außerdem ist eine Dependance einer Vorschuleinrichtung vorgesehen.
Begrünte Innenhöfe, ein Kinderspielplatz sowie ein System aus Plateaus und Fußwegen sollen dem Komplex zusätzliche Aufenthaltsqualität verleihen.
Gescheiterter Erstantrag
Die nun erteilte Genehmigung ist auch deshalb bemerkenswert, weil ein früherer Anlauf des Investors gescheitert war. Wie BiznisInfo.ba bereits berichtet hatte, lehnte das Ministerium den ersten Antrag wegen Mängeln in der Entwurfsplanung ab. Im Mittelpunkt standen dabei die möglichen Auswirkungen des Bauvorhabens auf einen bestehenden Eisenbahntunnel unter dem Gelände sowie eine Reihe brandschutztechnischer Anforderungen.
Die überarbeitete Planung hat diese Prüfung nun bestanden: Der Bericht über die fachliche Kontrolle und Verifizierung wurde am 7. Mai ausgestellt, die Bestätigung der Entwurfsplanung folgte am 11. Mai 2026. In der Standortgenehmigung wird ausdrücklich festgehalten, dass die Planung die Anforderungen hinsichtlich der Eisenbahninfrastruktur berücksichtigt.
Rechtlich gesehen ist die Standortgenehmigung noch keine Baugenehmigung, aber eine ihrer wesentlichen Voraussetzungen. Das Ministeriumsdokument hält fest, dass sie für die Erstellung des Entwurfsprojekts, des Projekts für die Baugenehmigung sowie des Ausführungsprojekts erforderlich ist. Das Vorhaben tritt damit in eine neue Vorbereitungsphase ein.
Hinter Balkan Asset Management steht Mladen Milanovic Kaja, der als vermögendster Unternehmer der Republika Srpska (eine der beiden Entitäten von Bosnien und Herzegowina) und einer der einflussreichsten Wirtschaftsakteure in Bosnien-Herzegowina gilt. Sein Imperium erstreckt sich über Bankwesen, Bauwesen, Infrastruktur, Handel und Immobilien. Er ist Eigentümer der Nova banka und der Atos banka und über MG Mind sowie verbundene Gesellschaften in weiteren Sektoren tätig.
Auch in Slowenien ist er präsent, wo seine Unternehmen im Bau- und Infrastrukturbereich aktiv sind – unter anderem am Großprojekt Stozice in Ljubljana.
Der Mind Tower markiert nun einen seiner bedeutendsten Schritte auf dem serbischen Markt. Die finanzielle Schlagkraft seines Wirtschaftsgeflechts zeigt sich dabei besonders deutlich: Wie BiznisInfo.ba berichtete, wird die Nova banka, deren alleiniger Eigentümer MG Mind ist, in diesem Jahr eine Dividende von 70 Millionen Konvertiblen Mark ausschütten – der gesamte Betrag fließt in Milanovics Unternehmensverbund.
Im vergangenen Jahr erzielte die Bank einen Nettogewinn von 95,36 Millionen Konvertiblen Mark.