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Lebensmittelskandal

14 kranke Babys – Foodwatch zeigt Nestlé und Danone an

14 kranke Babys – Foodwatch zeigt Nestlé und Danone an
(FOTO: EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)
3 Min. Lesezeit |

Verseuchte Babynahrung, kranke Kinder, verzögerte Warnungen – jetzt zieht der Fall juristische Konsequenzen für zwei Lebensmittelriesen.

Seit Dezember 2025 haben mehrere Hersteller – darunter europäische Großkonzerne wie Nestlé, Danone und Lactalis – in mehr als 60 Ländern weltweit Rückrufaktionen für Babynahrung eingeleitet. Auslöser ist ein verunreinigtes Öl eines chinesischen Zulieferers, das als Zutat in verschiedenen Milchpulverprodukten verarbeitet wurde. Erste Beschwerden treten in der Regel innerhalb von sechs Stunden nach dem Verzehr auf.

Seit Anfang Februar gilt in Wien ein Verkaufsverbot für bestimmte betroffene Produkte, da das enthaltene Bacillus-Cereus-Toxin (Bakteriengift) zu Durchfall und Erbrechen führen kann. Nach Angaben der AGES wurden den heimischen Behörden bis zum 12. März insgesamt 14 Erkrankungsfälle gemeldet – drei davon gelten als bestätigt, elf als wahrscheinlich. Alle betroffenen Kinder, die zwischen zwei Wochen und drei Jahren alt waren, haben sich inzwischen vollständig erholt.

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Strafanzeige gegen Konzerne

Ungeachtet dessen hat die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch in Österreich Strafanzeige gegen Nestlé und Danone erstattet. Wie der ORF berichtet, wurde die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht. Im Mittelpunkt steht der Verdacht, dass die betroffenen Konzerne eine öffentliche Information über die kontaminierten Produkte verzögert haben könnten und dadurch Säuglinge einem erheblichen gesundheitlichen Risiko ausgesetzt wurden.

Sieben betroffene Familien haben sich der Anzeige angeschlossen. Konkret geht es um den Verdacht des Inverkehrbringens gesundheitsgefährdender Lebensmittel sowie um den Verdacht der Körperverletzung durch Unterlassung. Für Foodwatch stellt die Strafanzeige erst den Anfang dar – mögliche weitergehende rechtliche Schritte im Zusammenhang mit entstandenen Schäden werden derzeit geprüft.

Bei den sieben Familien, die sich der Anzeige angeschlossen haben, mussten die erkrankten Kinder zum Teil stationär behandelt werden. Foodwatch zufolge melden sich fortlaufend weitere betroffene Eltern. „Wir sprechen noch immer beinahe täglich mit aufgelösten Eltern. Die Wut und Verunsicherung sind verständlicherweise weiterhin groß. Solange dieser Fall nicht vollständig aufgeklärt ist und mögliche Konsequenzen gezogen werden, werden wir Seite an Seite mit den Betroffenen für Gerechtigkeit kämpfen. Ein solcher Skandal darf sich nicht wiederholen“, erklärte Foodwatch-Österreich-Leiterin Indra Kley-Schöneich gegenüber dem ORF.

Wiener Kontrollen

Nachdem das Ausmaß der Gefahr bekannt geworden war, führte das Wiener Marktamt bislang 470 Kontrollen in verschiedensten Geschäften durch. „Natürlich haben wir auch darauf geachtet, ob die Rückholaktionen stattgefunden haben oder nicht, oder ob vielleicht betroffene Chargen noch in den Regalen sind“, erläuterte Marktamt-Sprecher Alexander Hengl.

Darüber hinaus wurden bis dato 69 Proben entnommen, um das Vorhandensein des Bacillus-Cereus-Toxins auszuschließen. Hengl zog eine beruhigende Bilanz: „Ich kann da ein bisschen beruhigen. Bis jetzt gab es keine weiteren Beanstandungen. Wir haben als Marktamt festgestellt, dass es derzeit tatsächlich keine kontaminierte Babynahrung in Wien gibt.“

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KO KOSMO-Redaktion
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