Das goldene Armband des Pharaos Amenemope ist unwiederbringlich verloren. Das rund 3.000 Jahre alte Schmuckstück, das Anfang September aus einem ägyptischen Museum verschwand, wurde gestohlen und eingeschmolzen. Der kulturelle Verlust wiegt besonders schwer, da sich der Vorfall nur wenige Wochen vor der geplanten Eröffnung des prestigeträchtigen Großen Ägyptischen Museums nahe den Pyramiden von Gizeh ereignete – einem Prestigeprojekt, das dem antiken Erbe des Landes gewidmet ist und als zentrale Touristenattraktion sowie wichtige Devisenquelle dienen soll.
Das Große Ägyptische Museum sollte ursprünglich im Juli 2025 eröffnet werden, doch aufgrund der angespannten Lage im Nahen Osten wurde die feierliche Eröffnung auf das letzte Quartal 2025 verschoben. Das Ministerium für Tourismus und Antiquitäten strebt nun einen neuen Termin im November 2025 an. Das Museum wird nach seiner Eröffnung mit mehr als 50.000 Artefakten als das weltweit größte archäologische Museum gelten und auf einer Fläche von rund 50 Hektar das kulturelle Erbe Ägyptens präsentieren, darunter den vollständigen Grabschatz des Tutanchamun.
Das Ministerium für Altertümer und Tourismus hatte zunächst nur das Verschwinden des wertvollen Artefakts gemeldet. Das mit charakteristischen Lapislazuli-Perlen (blauer Halbedelstein) verzierte Schmuckstück stammte aus der Dritten Zwischenzeit (1070-664 v. Chr.) und gehörte dem Pharao, der Ägypten um 1000 v. Chr. regierte. Am 9. September stellten Mitarbeiter fest, dass das Armband aus einem eigentlich gesicherten Safe im Konservierungslabor fehlte.
Sofortige Reaktion
Nach der Entdeckung des Diebstahls reagierten die Behörden umgehend mit der Bildung eines Sonderkomitees zur Überprüfung sämtlicher Artefakte im betroffenen Labor. Aus Sorge vor einem Schmuggel ins Ausland wurden Abbildungen des verschwundenen Schmuckstücks an alle Antikeneinheiten an ägyptischen Flughäfen, Häfen und Grenzübergängen übermittelt.
Tragisches Ende
Die Ermittlungen des Innenministeriums führten schließlich zu einem Restaurator des Museums als Hauptverdächtigen. Dieser hatte das wertvolle Stück entwendet und an einen Silberhändler verkauft. Von dort gelangte das Armband in eine Werkstatt im traditionsreichen Goldschmiedeviertel von Kairo, wo der Besitzer es schließlich an einen Goldschmelzer weitergab. Dieser schmolz das historische Artefakt zusammen mit anderen Metallgegenständen ein – und zerstörte damit unwiederbringlich ein Stück Weltkultur.
Wie das Ministerium mitteilte, konnten alle an dem Kulturfrevel beteiligten Personen verhaftet werden. Die Behörden beschlagnahmten zudem den Verkaufserlös von umgerechnet etwa 4.000 Dollar – ein verschwindend geringer Betrag für ein unersetzliches Zeugnis der Pharaonenzeit.