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400-Millionen-Brücke: So umgeht Kroatien den Bosnien-Korridor

400-Millionen-Brücke: So umgeht Kroatien den Bosnien-Korridor
(Foto: WikiCommons)
3 Min. Lesezeit |

Die Peljesac-Brücke, ein 400-Millionen-Euro-Bauwerk, hat die Aufmerksamkeit britischer Medien auf sich gezogen. Das Portal express.co.uk widmete dem kroatischen Großprojekt kürzlich einen ausführlichen Bericht unter dem Titel „Eine unglaubliche europäische Brücke im Wert von mehr als 400 Millionen Euro wurde gebaut, um ein großes Land zu umgehen und Reisen zu fördern“.

Nach dem Zerfall Jugoslawiens in die fünf Nachfolgestaaten Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Nordmazedonien, Slowenien und die Bundesrepublik Jugoslawien (später Serbien und Montenegro) entstand eine komplizierte Küstenaufteilung an der Adria. Kroatien sicherte sich mit 1.770 Kilometern den Löwenanteil der Küste. Slowenien erhielt lediglich 47 Kilometer – heute als „Slowenische Riviera“ bekannt – während Bosnien und Herzegowina mit nur 20 Kilometern Küstenlinie auskommen musste.

Dieser schmale Zugang zum Meer über die Stadt Neum entwickelte sich für Kroatien zu einem erheblichen logistischen Problem. Der sogenannte Neum-Korridor teilte Kroatien faktisch in zwei Teile: Dubrovnik auf der einen, Split auf der anderen Seite. Mit dem Aufschwung des Tourismus und besonders durch den „Game of Thrones“-Effekt, der zahlreiche Fans der Serie nach Dubrovnik lockte, verschärfte sich die Situation.

Grenzproblem Neum

Reisende mussten auf einer Strecke von nur 9,2 Kilometern gleich zweimal internationale Grenzen überqueren. Ende der 1990er Jahre versuchten beide Länder, das Problem mit dem Neum-Abkommen zu lösen, das Kroatien die Durchfahrt durch bosnisches Territorium ermöglichen sollte. Da das Abkommen jedoch nie ratifiziert wurde, blieb die Situation ungelöst.

Mit Kroatiens EU-Beitritt 2013 verschärften sich die Grenzkontrollen erheblich, was zu langen Staus führte.

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Der Schengen-Beitritt Kroatiens im Jahr 2023 komplizierte die Lage zusätzlich. Nach den geltenden Bestimmungen musste jeder Reisende von Dubrovnik ins kroatische Festland drei verschiedene Grenzkontrollen passieren: die kroatische (Schengen) Ausreisekontrolle, die bosnische Einreisekontrolle und schließlich wieder die kroatische (Schengen) Einreisekontrolle.

Brücke als Lösung

Um dieses Nadelöhr zu beseitigen, entschied sich Kroatien für den Bau einer fast 2.400 Meter langen Brücke von Komarna nach Peljesac, die den Neum-Korridor komplett umgeht und sämtliche Grenzkontrollen überflüssig macht. Der Bau der Peljesac-Brücke begann bereits 2007. Am 26. Juli 2022 wurden die Brücke und ihre Zufahrtsstraßen für den Verkehr freigegeben.

Die Umgehungsstraße von Ston folgte im April 2023, wodurch nun auch Busse, Schwerlastverkehr und Gefahrguttransporte die Brücke nutzen können. Laut express.co.uk haben seit der Eröffnung bis Juli 2025 mehr als sieben Millionen Fahrzeuge die Brücke überquert, mit besonders hohem Verkehrsaufkommen während der Sommermonate.

Im ersten Betriebsjahr bis Juli 2023 passierten über 2,3 Millionen Fahrzeuge die Brücke, allein im August wurden fast 467.000 Überquerungen gezählt.

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KO KOSMO-Redaktion
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