60 Milliarden Euro, 60 neue Modelle, ein Konzern unter Druck: Stellantis setzt alles auf eine Karte – und die Märkte reagieren prompt.
Der Automobilkonzern Stellantis hat einen umfassenden Fünfjahresplan vorgestellt, der Investitionen in Höhe von 60 Milliarden Euro bis 2030 vorsieht. CEO Antonio Filosa präsentierte die Strategie unter dem Namen „FaSTLAne 2030″ beim ersten Investorentag seiner Amtszeit im nordamerikanischen Konzernsitz nahe Detroit. Parallel dazu peilt das Unternehmen jährliche Einsparungen von sechs Milliarden Euro bis 2028 an.
Von den geplanten 60 Milliarden Euro sollen 36 Milliarden in das Markenportfolio des Konzerns fließen. Damit will Stellantis mehr als 60 neue Fahrzeuge auf den Markt bringen und rund 50 bestehende Modelle grundlegend erneuern – darunter vollelektrische Fahrzeuge, Hybride sowie Modelle mit Verbrennungsmotor. Die verbleibenden 24 Milliarden Euro sind für die Weiterentwicklung globaler Fahrzeugplattformen und neuer Technologien vorgesehen.
Cashflow & Marken
Zugleich kündigte Stellantis an, bis 2028 wieder einen positiven freien Cashflow erzielen zu wollen. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern Verluste von 22,3 Milliarden Euro verbucht, die unter anderem auf eine Restrukturierung im Bereich der Elektromobilität im Umfang von 22 Milliarden Euro zurückzuführen waren. Die Märkte reagierten verhalten: Die Stellantis-Aktie verlor am Donnerstag im vorbörslichen Handel rund sechs Prozent.
Der Konzern, der im Jahr 2024 weltweit rund 5,9 Millionen Fahrzeuge verkaufte – davon etwa 3,1 Millionen in Europa, 2,0 Millionen in Nordamerika und 0,8 Millionen in Südamerika – hält trotz der umfangreichen Neuausrichtung an allen 14 seiner Automarken fest. Allerdings werden die europäischen Marken DS und Lancia künftig enger mit Citroën beziehungsweise Fiat verzahnt. Fiat gehört neben Jeep, Ram Trucks und Peugeot zu den vier definierten „globalen Marken“ des Konzerns, zu denen auch die Nutzfahrzeugsparte Pro One zählt. Als regionale Marken gelten Chrysler, Dodge, Citroën, Opel und Alfa Romeo; das Luxussegment deckt Maserati ab.
Neue Plattform
Ein zentrales Element der Kostenstrategie ist die neue Fahrzeugplattform „STLA One“, die ab 2027 eingeführt werden soll. Sie fasst fünf bestehende Plattformen in einer skalierbaren Architektur zusammen, mit dem Ziel, die Komplexität zu reduzieren und eine Kosteneffizienz von 20 Prozent zu erreichen. Bis 2030 sollen 50 Prozent der gesamten Produktion auf drei globalen Plattformen basieren, wobei eine Wiederverwendungsrate von Komponenten von bis zu 70 Prozent angestrebt wird.
Filosa bezeichnete den Plan als Ausdruck der „einzigartigen Kombination von Stärken“ des Unternehmens. Die Strategie stütze sich auf ein schärferes Management des Markenportfolios, gezielte Investitionen, verbesserte Partnerschaften sowie einen optimierten Produktions-Fußabdruck. In diesem Zusammenhang gab Stellantis mehrere neue oder ausgeweitete Kooperationen bekannt – darunter eine Zusammenarbeit mit Jaguar Land Rover für den US-Markt sowie Partnerschaften mit den chinesischen Herstellern Leapmotor und Dongfeng Group.