Ein Amoklauf, eine Welle der Menschlichkeit – und eine Frau, die beides für sich nutzte. Am 21. Mai fällt das Urteil.
Knapp ein Jahr nach dem Amoklauf am Grazer BORG Dreierschützengasse, der die Steiermark in Trauer und Schock versetzt und mehrere Menschenleben gefordert hatte, löste das Ereignis eine breite Welle der Solidarität aus. Genau diese Hilfsbereitschaft soll eine 33-jährige Frau aus dem Bezirk Leibnitz laut Staatsanwaltschaft gezielt ausgenutzt haben – am 21. Mai muss sie sich nun vor Gericht verantworten.
Die Beschuldigte hatte sich bereits im Zuge der Ermittlungen geständig gezeigt. Ende September wurde sie festgenommen, wenige Tage später folgte die Untersuchungshaft.
Schwerer Betrug
Wie der ORF berichtet, steht die Frau am Donnerstag am Grazer Straflandesgericht wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs vor Gericht. Der Tatvorwurf lautet: Unmittelbar nach der Bluttat habe sie sich als Angehörige eines Opfers ausgegeben und bereits einen Tag nach dem Verbrechen über die Plattform GoFundMe zu Spenden aufgerufen.
Den Ermittlungen zufolge soll sie auf diesem Weg mehr als 37.000 Euro eingenommen haben. Ein Teil dieser Gelder sei jedoch nie an die Familien der Opfer geflossen – obwohl den Spendern genau das in Aussicht gestellt worden sein soll.