894 Plastikteile in einem einzigen Vogelmagen – neue Daten aus Australien zeigen, wie dramatisch sich die Lage verschärft hat.
Auf der australischen Insel Lord Howe Island häuft sich Plastik in besorgniserregenden Mengen in den Mägen junger Blassfuß-Sturmtaucher an. Das geht aus einer Untersuchung des Natural History Museum hervor.
Rekordwerte seit 2010
Seit dem Jahr 2010 werden auf der Insel die Mägen von Jungvögeln dieser Art systematisch untersucht. Bereits im Jahr 2011 enthielt der Magen eines einzigen Tieres 276 Plastikteile. Bis 2025 stieg dieser Wert auf einen Höchststand von 894 Plastikteilen an.
Im darauffolgenden Jahr wurde mit 67,4 Gramm Plastik auch bei der Gesamtmasse ein neuer Rekordwert registriert. Zwischen 75 und 85 Prozent der untersuchten Jungvögel sind nach wie vor von der Belastung betroffen.
Gefährliche Plastikarten
Unter den geborgenen Kunststoffteilen stechen vor allem Flaschendeckel sowie sogenannte Nurdles hervor – winzige Kunststoffpellets, die leicht in die Umwelt gelangen und sich zu Mikroplastik zersetzen. Zwischen 2024 und 2026 nahm das Aufkommen dieser beiden Plastikarten besonders stark zu.
Die 16-jährige Beobachtungsreihe verdeutlicht, dass nur langfristige Studien in der Lage sind, schleichende Entwicklungen sichtbar zu machen, die kurzfristige Erhebungen nicht erfassen können. Das Natural History Museum bezeichnete die Untersuchung als die weltweit am längsten laufende Studie zur Plastikaufnahme bei lebenden Wildtieren und nannte eine Laufzeit von 15 Jahren auf Lord Howe Island. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die Plastikkonzentration in den Weltmeeren bis zum Jahr 2050 vervierfachen könnte.
Bereits heute sind nahezu 90 Prozent der Meeresarten betroffen, was weitreichende ökologische Folgen für das gesamte marine Ökosystem nach sich zieht.