Trump droht, von der Leyen hält dagegen – zwischen Washington und Brüssel eskaliert ein Streit mit globaler Sprengkraft.
US-Präsident Donald Trump hat der Europäischen Union mit drastischen wirtschaftlichen Konsequenzen gedroht – sollte Brüssel tatsächlich eine assoziierte Mitgliedschaft Kanadas anstreben. Trump bezeichnete die entsprechenden Pläne der EU als absurd und stellte unmissverständlich klar, dass er im Falle eines als feindselig wahrgenommenen Schritts zu harten Gegenmaßnahmen bereit sei. „Ich halte das für lächerlich“, sagte Trump gegenüber Journalisten. Und weiter: „Wenn sie das tun und ich das auch nur im Geringsten als feindseligen Akt betrachte, werde ich sehr hohe Zölle verhängen oder den Handel mit Europa einstellen.“
Von der Leyens Kurs
Ungeachtet dieser Drohungen bekräftigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei einer Sitzung des Europäischen Parlaments in Straßburg den Kurs der Union. In Anwesenheit des kanadischen Premierministers Mark Carney sprach sie sich dezidiert für eine Vertiefung der Beziehungen zwischen der EU und Kanada aus. Ziel sei es, die Partnerschaft auf das höchstmögliche Niveau zu heben – einschließlich der Möglichkeit, „dass Kanada das erste assoziierte Mitglied der EU wird“.
Heikler Zeitpunkt
Trumps Drohungen treffen die EU zu einem politisch wie wirtschaftlich heiklen Zeitpunkt. Brüssel beobachtet die amerikanische Handelspolitik ohnehin mit wachsender Sorge, und ein tatsächlicher Handelsstopp würde auf beiden Seiten des Atlantiks erhebliche wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen. Der Warenhandel zwischen der EU und den USA erreichte 2024 einen Wert von rund 867 Milliarden Euro, der gesamte transatlantische Handel mit Waren und Dienstleistungen lag bei etwa 1,68 Billionen Euro. Schätzungen zufolge werden in der EU rund 7,8 Millionen Arbeitsplätze durch Exporte in die USA gestützt, davon etwa 4,8 Millionen allein durch Güterexporte.