Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Mietpreise

Preisschock bei Mieten: Befristete Verträge auf dem Vormarsch

Preisschock bei Mieten: Befristete Verträge auf dem Vormarsch
(Foto: iStock/tupungato)
3 Min. Lesezeit |

Die Wohnsituation in Österreich 2024 zeigt große Wohnflächen, aber steigende Mietpreise. Besonders befristete Mietverträge nehmen zu.

Statistik Austria hat aktuelle Daten zur Wohnsituation in Österreich für das Jahr 2024 veröffentlicht, die interessante Einblicke in die Wohnverhältnisse des Landes bieten. Die durchschnittliche Wohnfläche pro Wohnung beträgt mehr als 100 Quadratmeter, wobei ein Großteil dieser Wohnungen im Eigentum der Bewohner ist. Dennoch zeigt die Statistik auch eine andere Seite: Die Mietpreise sind erneut gestiegen und die Anzahl befristeter Mietverträge hat zugenommen.

Im Jahr 2024 wurden über 1,5 Millionen Wohnungen als Hauptwohnsitze gemeldet, mit einer durchschnittlichen Nutzfläche von knapp 147 Quadratmetern. Das entspricht fünf Räumen oder etwa 56 Quadratmetern pro Person. Mietwohnungen im privaten Sektor machten mit rund 809.000 Einheiten die zweithäufigste Wohnform aus, gefolgt von Genossenschafts-, Eigentums- und Gemeindewohnungen.

Mietpreise und Wohnformen

Die durchschnittliche Hauptmietwohnung misst 70,6 Quadratmeter, was 36,1 Prozent Platz pro Bewohner bietet. Genossenschaftswohnungen bieten vergleichbare Raumverhältnisse, während Gemeindewohnungen weniger Platz zur Verfügung stellen. Eigentumswohnungen haben im Durchschnitt eine Wohnnutzfläche von knapp 87 Quadratmetern. Die Mieten für privat vermietete Wohnungen stiegen im vergangenen Jahr um über vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die durchschnittliche Monatsmiete lag 2024 bei etwa 660 Euro. Im vierten Quartal des Vorjahres betrug die Miete inklusive Betriebskosten 9,9 Euro pro Quadratmeter, was einem Anstieg von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Ohne Betriebskosten lag die Miete bei 7,5 Euro pro Quadratmeter, ein Anstieg von 5,6 Prozent.

Der Anstieg der Mieten verlangsamte sich zum Jahresende. Im zweiten Quartal 2023 betrug die Preissteigerung im Jahresvergleich 8,1 Prozent bei einer Gesamtinflation von 7,0 Prozent im Juli 2023. Im Januar 2024 lag die Inflationsrate bei 3,2 Prozent, nach 2,0 Prozent im Dezember. Die Ausgaben für „Wohnen, Wasser, Energie“ stiegen um 4,4 Prozent und beeinflussten die Inflation erheblich.

Im letzten Quartal des Vorjahres betrug die Durchschnittsmiete inklusive Betriebskosten 662,9 Euro, während die Nettomiete 502,1 Euro pro Hauptmietwohnung ausmachte. Die Betriebskosten beliefen sich durchschnittlich auf 164 Euro pro Wohnung oder 2,5 Euro pro Quadratmeter. Im Jahresdurchschnitt 2024 stiegen die Mieten im Vergleich zu 2023 um 4,5 Prozent.

⇢ Wohnkosten-Krise: Mietkosten explodieren weiter

Vertragsdauer und regionale Unterschiede

In Österreich gibt es etwa 1,8 Millionen Hauptmietwohnungen, wobei die tatsächlichen Nettomieten stark variieren können. Faktoren wie Alt- oder Neubau, Lage, Wohnungsgröße, Ausstattung, Richtwert, frei vereinbarte Miete und Vertragsdauer beeinflussen die Mietpreise. Die durchschnittliche Mietvertragsdauer betrug 11,4 Jahre, wobei der Median bei fünf Jahren lag. Ein Viertel der Hauptmietverträge war im Vorjahr befristet.

Bei Neuvermietungen lagen die Mieten höher. Verträge, die weniger als zwei Jahre alt sind, kosteten inklusive Betriebskosten 11,8 Euro pro Quadratmeter, was 1,9 Prozent über dem Gesamtdurchschnitt liegt. Altverträge, die seit 30 Jahren oder länger bestehen, hatten einen Mietpreis von 6,3 Euro pro Quadratmeter. Befristete Verträge kosteten im Schnitt 12,8 Euro pro Quadratmeter, während unbefristete bei 8,8 Euro lagen. Der Anteil der befristeten Verträge bei privaten Hauptmieten lag bei 49,5 Prozent.

Trotz sinkender Inflationsraten tragen die Kosten für Wohnen und Haushaltsenergie weiterhin erheblich zur Teuerung bei, wobei der Strompreis der größte Preistreiber ist. Die Einkommen sind ebenfalls gestiegen, wie der Ökonom Michael Klien vom Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) erklärte.

Im letzten Jahr befanden sich 36,2 Prozent der Privatwohnungen im Hauseigentum, 11,7 Prozent waren Eigentumswohnungen, 23,5 Prozent Genossenschafts- und 19,4 Prozent „andere Hauptmietwohnungen“. Das Burgenland hatte mit 63,5 Prozent die höchste Quote an Hauseigentum, während Wien mit 5,3 Prozent die niedrigste aufwies. Umgekehrt hatte Wien den höchsten Anteil an Genossenschafts- und Gemeindewohnungen sowie „anderen Hauptmietwohnungen“. Tirol führte mit 18,3 Prozent bei Eigentumswohnungen, während im Burgenland nur 5,6 Prozent der Wohnungen Mietwohnungen waren.

Die Einkommen sind ebenfalls gestiegen, wie der Ökonom Michael Klien vom Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) erklärte.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen