Über 21 Webseiten und Kosten in Millionenhöhe – das digitale Erbe der Ex-Ministerin Gewessler sorgt für Aufsehen. Besonders ein Portal zum Fußverkehr fällt auf.
Gewesslers digitales Erbe
Während ihrer Amtszeit als Ministerin verantwortete Leonore Gewessler ein breites Portfolio von Umwelt- und Klimaschutz über Mobilität bis hin zu Innovationsthemen. Diese thematische Vielfalt spiegelt sich auch in der beachtlichen Anzahl von Webauftritten wider, die unter ihrer Ägide betrieben wurden.
Insgesamt 21 verschiedene Internetpräsenzen listet das Ministerium auf. Besonders bemerkenswert erscheint dabei das Portal „oesterreichzufuss.at“. Der Auftrag für diese Webseite ging an die Werbeagentur Reichl und Partner und schlug mit 313.447,49 Euro zu Buche – eine Summe, die gemäß Bundesvergabegesetz eine öffentliche Ausschreibung erforderlich machte. Die Leistungsbeschreibung umfasste sowohl die Konzeption und Umsetzung der Gesamtinitiative „Österreich zu Fuß“ als auch die technische Realisierung und kontinuierliche Betreuung des Webauftritts.
Unter dem Slogan „Willst du mit mir gehen?“ bietet die Plattform unter anderem Informationen zum „1. Österreichischen Fußverkehrsgipfel“, der im September in Graz stattfand, sowie „individuelle und fertige Geh-Pakete“ für Unternehmen – darunter Konzepte wie „Walk and Talk – Gehende Meetings“.
Laufende Kosten
Die anfänglichen Kosten von rund 317.000 Euro markieren jedoch nicht das Ende der Ausgaben. Die monatliche Wartung und Betreuung der Webseite schlägt mit 319,92 Euro zu Buche und hat sich mittlerweile auf 57.660,68 Euro summiert. In der Gesamtrechnung ergibt dies einen Betrag von 371.108,17 Euro.
Auch die Plattform „klimaaktiv.at“ verdient besondere Aufmerksamkeit. Nach erfolgter Ausschreibung erhielt die „MBIT Solutions GMBH“ den Zuschlag mit einer Auftragssumme von 454.344 Euro. Die Firma übernimmt die Wartung der Webseite, die über Angebote und Dienstleistungen der Klimaschutzinitiative „klimaaktiv“ informiert.
Hankes Entscheidung
Die laufenden monatlichen Kosten belaufen sich hier auf 333,33 Euro und haben bislang Ausgaben von 115.573,92 Euro verursacht. Die Kosten für diese und weitere Webseiten wurden nun durch eine parlamentarische Anfrage des FPÖ-Generalsekretärs Michael Schnedlitz an Gewesslers Nachfolger Peter Hanke offengelegt.
Der SPÖ-Politiker, der nun für die Ressorts Innovation, Mobilität und Infrastruktur verantwortlich zeichnet, muss nun entscheiden, ob und in welchem Umfang diese digitalen Plattformen weitergeführt werden sollen.