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Social Egg Freezing

Eizellen auf Eis: Verfassungsrichter entscheiden über Kinderwunsch-Streit

Eizellen auf Eis: Verfassungsrichter entscheiden über Kinderwunsch-Streit
Symbolfoto. FOTO: iStock/yacobchuk
3 Min. Lesezeit |

Die Kontroverse um das Einfrieren von Eizellen erreicht den Verfassungsgerichtshof. Während manche darin eine Chance auf späte Mutterschaft sehen, warnen Kritiker vor falschen Hoffnungen.

Am 13. Juni befasst sich der Verfassungsgerichtshof mit einer grundlegenden Frage: Verstößt das Verbot des „Social Egg Freezing“ gegen das in der Europäischen Menschenrechtskonvention verankerte Recht auf Privat- und Familienleben? Eine Klägerin möchte durch das Einfrieren ihrer Eizellen die Option auf eine spätere Mutterschaft bewahren.

Die Generalsekretärin von aktion leben österreich, Martina Kronthaler, äußert sich zu dieser Debatte kritisch: „Der Gedanke, mit technischen Mitteln das schmale Zeitfenster zwischen spätem Kinderwunsch und Ende der Fruchtbarkeit zu überbrücken, erscheint zunächst attraktiv. Wir betrachten Social Egg Freezing jedoch als problematisch für Frauen. Die Methode ist kostspielig, unsicher und verstärkt den gesellschaftlichen Druck auf Frauen, strukturelle Defizite auf eigene Kosten auszugleichen.“

Nach Kronthaler werden in der aktuellen Diskussion wesentliche Aspekte ausgeblendet: „Man präsentiert Social Egg Freezing als Lösung, ohne die erheblichen Risiken transparent zu machen. Frauen müssen sich – oft mehrmals – belastenden Hormonstimulationen und Eizellentnahmen unterziehen. Dennoch bleibt die tatsächliche Geburtenrate niedrig, da die meisten konservierten Eizellen letztlich ungenutzt bleiben. Werden sie doch verwendet, resultieren daraus häufig späte Schwangerschaften mittels künstlicher Befruchtung – mit erhöhten gesundheitlichen Risiken sowohl für die Mütter als auch für die Kinder.“

Gesellschaftliche Verantwortung

Die Expertin kritisiert die Verlagerung gesellschaftlicher Verantwortung auf Einzelpersonen: „Mit Social Egg Freezing wird zur individuellen Angelegenheit erklärt, was eigentlich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe wäre“ – nämlich Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen sich Berufsleben oder Ausbildung mit Familiengründung vereinbaren lassen und Menschen daher früher Eltern werden können.

Kronthaler plädiert für einen Perspektivwechsel: „Wir sollten uns ernsthaft damit auseinandersetzen, welche Faktoren junge Menschen davon abhalten, eine Familie zu gründen. Die Bedenken der jüngeren Generation sind real – hier ist die Politik in vielen Bereichen gefordert, wirksame Gegenmaßnahmen zu entwickeln.“

Das Fazit der Organisation ist eindeutig: „Social Egg Freezing wird die demografische Entwicklung nicht positiv beeinflussen. Frauen würden von Maßnahmen, die eine Familiengründung in jüngeren Jahren erleichtern, wesentlich stärker profitieren.“

Konkrete Forderungen

Konkret fordert aktion leben mehrere Maßnahmen: Fruchtbarkeit sollte bereits im Schulunterricht thematisiert werden. Alle geplanten Regelungen müssten sich primär am Kindeswohl orientieren und sehr späte Schwangerschaften vermeiden. Zudem seien bessere Rahmenbedingungen für junge Familien und mehr Unterstützung bei Problemen notwendig.

Männer müssten stärker einbezogen und die aktive Beteiligung von Vätern an der Kinderbetreuung gefördert werden – etwa durch spezielle Beratungsangebote und Väter-Kampagnen.

Nicht zuletzt fordert die Organisation eine selbständige Beratung zu reproduktionsmedizinischen Methoden durch Stellen ohne wirtschaftliches Interesse an den Behandlungen.

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KO KOSMO-Redaktion
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