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Integrationsdilemma

AMS-Bericht enthüllt: Flüchtlinge fallen absichtlich durch Sprachkurse

AMS-Bericht enthüllt: Flüchtlinge fallen absichtlich durch Sprachkurse
(FOTO: iStock, Google-Maps-Screenshot)
3 Min. Lesezeit |

Zwischen Sprachkursen und Jobvermittlung tut sich ein Dilemma auf: Manche Geflüchtete verweigern bewusst den Deutschkurs-Abschluss, um nicht in schlecht bezahlte Stellen gedrängt zu werden.

Laut einem aktuellen Bericht des Arbeitsmarktservice Österreich (AMS) gibt es Hinweise auf strukturelle Probleme bei der Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt. Das Dokument „Neue Geflüchtete aus Syrien am österreichischen Arbeitsmarkt“ beschreibt unter anderem, dass manche Betroffene bewusst Sprachkurse nicht abschließen, um nicht in niedrig qualifizierten Tätigkeiten eingesetzt zu werden.

Auf Seite 122 des Berichts wird eine syrische Befragte mit medizinischer Ausbildung zitiert, die kritisiert, dass Syrerinnen häufig ohne Berücksichtigung ihrer tatsächlichen Qualifikationen in Bereiche wie Reinigungsdienste gedrängt würden. Der Bericht führt weiter aus: „Infolgedessen berichtete sie, dass einige Personen absichtlich Deutschkurse nicht beständen, um einer solchen Beschäftigung zu entgehen.“ Ein zentrales Problem sind dabei die niedrigen Löhne, die nicht ausreichen, um den Lebensunterhalt zu sichern.

Die Sprachkompetenz gilt als Schlüsselfaktor für die Arbeitsmarktintegration. Allerdings zeigt sich nun, dass genau dieser Integrationsschritt für das AMS zur Herausforderung wird. Einige Geflüchtete vermeiden offenbar bewusst den erfolgreichen Abschluss von Sprachkursen, um nicht in Beschäftigungsverhältnisse vermittelt zu werden, deren Entlohnung unter den Sozialleistungen liegt, die sie ohne Erwerbstätigkeit erhalten.

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Die Dimension des Problems wird durch aktuelle Arbeitsmarktdaten deutlich: Die Arbeitslosenquote unter Syrern in Österreich lag im Juli 2025 bei 45,4 Prozent, wobei Wien als besonderer Brennpunkt gilt. Mehr als die Hälfte aller arbeitslosen Migranten lebt in der Hauptstadt, während in anderen Bundesländern zehntausende einfache Hilfsarbeitsstellen unbesetzt bleiben.

Qualifikationsproblematik

Dabei stellt die im Bericht erwähnte Medizinerin eher eine Ausnahme dar. Nach Daten des Österreichischen Integrationsfonds haben zwei Drittel der Asyl- und subsidiär Schutzberechtigten einen Alphabetisierungsbedarf, wobei 44 Prozent als Analphabeten eingestuft werden.

Auf Nachfrage relativiert das AMS die Tragweite des Phänomens: „Wahrscheinlich gibt es den einen oder anderen Einzelfall, aber wahrnehmbares Phänomen ist das keines.“ Gleichzeitig räumt die Behörde ein, dass Sanktionen nur unter bestimmten Bedingungen möglich sind: „Eine Sanktion ist nur möglich, wenn eindeutig festgestellt werden würde, dass eine Person den Prüfungserfolg absichtlich vereitelt.“ Diese Feststellung sei für das AMS in der Praxis kaum durchführbar.

Verschärfung der Regeln geplant

Die Politik reagiert auf die Problematik mit verschärften Maßnahmen: Ab 2026 sollen für Asylberechtigte strengere Regeln gelten. Wer verpflichtende Deutschkurse schwänzt oder die Abschlussprüfung nicht besteht, muss mit einer Kürzung der Sozialleistungen rechnen. In Nieder- und Oberösterreich werden bereits jetzt die Leistungen um bis zu 50 Prozent gekürzt, wenn die Teilnahme verweigert wird.

Das AMS hat als Reaktion auf die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit ein Integrationspaket mit Fokus auf Sprachkurse und Berufsorientierung angekündigt.

Sozialleistungsfrage

Die Bereitschaft zur Annahme gering qualifizierter Tätigkeiten wird möglicherweise auch durch die bestehenden Sozialleistungen beeinflusst. Das AMS weist jedoch darauf hin, dass pauschale Aussagen hierzu nicht möglich seien: „Sowohl Arbeitslosengeld als auch Mindestsicherung sind variable Größen, die von einer Vielzahl von Faktoren, vor allem von der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen, abhängen.

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Eine pauschale Aussage ist in dieser Allgemeinheit nicht möglich.“

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KO KOSMO-Redaktion
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