Ein Weihnachtsfest endet in unfassbarem Grauen. Der Prozess gegen eine Mutter, die ihre beiden Kinder mit einem Spalthammer getötet haben soll, erschüttert selbst erfahrene Polizisten.
Mit Fußfesseln und unter einer schwarzen Kapuzenjacke verborgen betrat die 39-jährige Erzieherin Eva F. den Schwurgerichtssaal des Landgerichts Traunstein. Ihr Körper zitterte so heftig, dass sie kaum imstande war, ihre Sonnenbrille abzunehmen. Als die Staatsanwältin die Anklageschrift verlas, flossen bei mehreren Zuschauern Tränen. Der Vorwurf wiegt schwer: In der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag soll die Angeklagte ihre beiden Kinder Tom (6) und Marla (7) mit 74 Schlägen eines Spalthammers getötet haben.
📍 Ort des Geschehens
Im Zeugenstand schilderte ein 61-jähriger Arbeitskollege der Angeklagten die dramatischen Ereignisse jener Nacht. „Ich war bis 1 Uhr auf einer Weihnachtsfeier. Dann rief Eva an und sagte, ihr gehe es nicht gut“, erklärte er vor Gericht. Die Frau hatte das Weihnachtsfest mit ihren Kindern bei ihrer Mutter verbracht. „Das war nicht so toll“, habe sie am Telefon gesagt. Auf seine Nachfrage zum Befinden der Kinder antwortete sie nur: „Die sind gut aufgehoben.“
Dramatische Entdeckung
Der Kollege machte sich daraufhin auf den Weg zu Evas Wohnung in Rosenheim. „Als ich auf der Autobahn war, ging sie schon nicht mehr ans Telefon.“ Bei seiner Ankunft bot sich ihm ein verstörendes Bild: „Auf der Terrasse lief ein Radio mit Musik, die Lichter waren an. Im Schlafzimmer saß Eva zusammengesackt auf der Bettkante.“ Mit tränenerstickter Stimme und sichtlich erschüttert fuhr er fort: „Die Kinder lagen da erschlagen, alles mit Blut verspritzt.“
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll die Mutter nach der schrecklichen Tat versucht haben, sich selbst das Leben zu nehmen. Der Kollege, der sie verletzt im Haus fand, alarmierte gegen 3.30 Uhr den Notruf. Die 39-Jährige wurde medizinisch versorgt und anschließend in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen.
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Ein 30-jähriger Polizist, einer der ersten Beamten am Tatort, sagte aus: „Das war der entsetzlichste Einsatz, den ich je erlebt habe.“ Auch der 37-jährige Dienstgruppenleiter wurde hinzugerufen. „Meine Kollegen hatten mit zittriger Stimme gefunkt, dass sie zwei Kinder gefunden haben. Am Tatort habe ich versteinerte Gesichter gesehen, ein Kollege weinte. Vier Polizisten waren nicht mehr handlungsfähig.“
Traumatisierte Einsatzkräfte
Die Spurensicherung hinterließ bei den Einsatzkräften tiefe psychische Wunden. Ein Beamter berichtete: „Der eine hat Bilder im Kopf, der andere den Geruch am Tatort, ein Kollege kann das Lied nicht mehr hören, das gerade im Radio lief.“ Der Verteidiger der Angeklagten erklärte zum Prozessauftakt, dass seine Mandantin vorerst keine Aussage machen werde.
Bei dem Verfahren handelt es sich um ein Sicherungsverfahren, da eine Schuldunfähigkeit der Angeklagten im Raum steht. Anstatt einer klassischen Anklage wurde eine Antragsschrift vorgelegt. Für die 39-Jährige wird eine dauerhafte Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung angestrebt.