Elf Kilometer Strand an Spaniens Costa Blanca gesperrt: Giftige Seeschnecke alarmiert Behörden
Die beliebten Sandstrände der Costa Blanca sind derzeit teilweise unzugänglich. Behörden sperrten einen elf Kilometer langen Küstenabschnitt bei Guardamar del Segura, nachdem dort zwei Exemplare der seltenen Seeschnecke Glaucus atlanticus entdeckt wurden. Zum Schutz der Badegäste wurden rote Flaggen gehisst, die vor dem auch als „Blauer Drache“ bekannten Meeresbewohner warnen. Bürgermeister José Luis Sáez warnte ausdrücklich davor, sich dem Tier zu nähern.
📍 Ort des Geschehens
Die ungewöhnliche Meeresbewohnerin misst in der Regel zwischen drei und fünf Zentimeter, kann jedoch auch größere Dimensionen erreichen. Ihr auffälliger Körper besticht durch eine leuchtend blaue Färbung mit kunstvollen Zeichnungen. Besonders charakteristisch sind die seitlichen Körperfortsätze, die einem Flügelpaar ähneln und dem Tier eine schimmernde Erscheinung verleihen. Diese spezielle Färbung dient als Tarnung – sowohl von oben als auch von unten betrachtet.
Gefährliche Giftigkeit
Was den Blauen Drachen besonders gefährlich macht: Er ernährt sich von hochgiftigen Meerestieren wie Quallen oder portugiesischen Galeeren und speichert deren Gift in seinem eigenen Organismus. Bei Berührung können diese Toxine auf die menschliche Haut übertragen werden. Medizinische Fachliteratur bestätigt, dass der Kontakt starke Nesselschmerzen, Schwellungen, Brennen und Übelkeit auslöst. In seltenen Fällen können schwere allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock auftreten. Besonders gefährdet sind Kinder sowie Menschen mit Herz- oder Atemwegserkrankungen.
Der WWF-Experte Phillip Kanstinger erläuterte den Grund für das Auftauchen der Tiere: Westliche Windströmungen können die normalerweise im Atlantik beheimateten Seeschnecken an die Küstenregionen treiben – in diesem Fall an die Costa Blanca. Die lokalen Behörden warnen eindringlich davor, die Tiere zu berühren – selbst mit Handschuhen sei der Kontakt zu vermeiden.
Überwachungsprogramm gestartet
Die Stadtverwaltung von Guardamar del Segura hat ein Überwachungsprogramm gestartet, um weitere Tiere aufzuspüren. Polizei und Rettungsdienste beobachten die Situation weiterhin aufmerksam. Nach den ersten Untersuchungen wurde das Badeverbot bereits teilweise gelockert, die Behörden rufen die Bevölkerung jedoch weiterhin zur Vorsicht auf.
Seltene Sichtungen
Ein bemerkenswerter Fund ereignete sich Anfang Juli vor Mallorca, als die spanische Meeresbiologin Gador Muntaner ein Exemplar des Blauen Drachens an der Nordwestküste der Baleareninsel entdeckte. Die Zeitung „Ultima Hora“ berichtete, dass es sich dabei um die erste bestätigte Sichtung auf den Balearen seit 1705 handelte – ein außergewöhnliches Ereignis. Weltweit wurden diese giftigen Meeresschnecken immer wieder gesichtet.
Die Costa Blanca mit ihren weitläufigen Sandstränden zieht jährlich zahlreiche Urlauber an. Trotz der aktuellen Situation betonen Experten, dass kein Grund zur Panik besteht.
Badegäste sollten jedoch wachsam bleiben und bei Sichtung eines Blauen Drachens Abstand halten sowie umgehend das Aufsichtspersonal informieren.