In Moskau sucht Milorad Dodik Rückhalt bei Russlands Außenminister Lawrow, während ihm in Bosnien-Herzegowina das Präsidentenamt entzogen wurde.
Milorad Dodik hat bei einem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow in Moskau der russischen Führung für ihre beständige Unterstützung gedankt. „Ich danke Ihnen, Präsident Putin und der Russischen Föderation für das konsequente Handeln gegenüber der Republika Srpska“, erklärte Dodik, dem die Zentrale Wahlkommission Bosnien-Herzegowinas kürzlich das Präsidentenamt in der Republika Srpska (serbischer Landesteil Bosniens) aberkannt hatte.
Die Zentrale Wahlkommission hatte Dodik am 6. August 2025 offiziell das Präsidentenamt entzogen, nachdem ein einjähriges Hafturteil durch das Berufungsgericht bestätigt worden war. Sein Mandat endete mit Ablauf der Einspruchsfrist am 12. August 2025, obwohl seine Berufung abgelehnt wurde. Die Nationalversammlung der Republika Srpska wies die Entscheidung als verfassungswidrig zurück und unterstützt Dodik weiterhin.
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Westliche Einmischung
Lawrow betonte seinerseits die Bedeutung des Treffens vor dem Hintergrund der angespannten Lage in Bosnien-Herzegowina. „Die komplizierte Situation ist das Ergebnis massiver westlicher Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes“, führte der russische Chefdiplomat aus. Er kritisierte besonders den Hohen Repräsentanten Christian Schmidt, dem er vorwarf, ohne Mandat des UN-Sicherheitsrats im Auftrag westlicher Staaten zu handeln. Moskau sehe darin einen „groben Angriff“ auf die Autorität des Sicherheitsrats.
Russland fordert die sofortige Schließung des Büros des Hohen Repräsentanten in Bosnien-Herzegowina und betrachtet dessen Eingreifen als Hauptursache der aktuellen Probleme. Moskau spricht sich für einen direkten Dialog der bosnischen Parteien ohne internationale Einmischung aus.
Dayton-Abkommen
Im weiteren Gesprächsverlauf unterstrich Dodik die Dringlichkeit der aktuellen Lage und verwies darauf, dass die Probleme 30 Jahre nach dem Dayton-Abkommen (Friedensvertrag von 1995) größer seien als je zuvor. Lawrow versicherte dem Gast die unveränderte Haltung Russlands.
„Die Position Russlands bleibt konstant, wie Ihnen der Präsident mehrfach mitgeteilt hat – wir bestehen auf der Einhaltung des Dayton-Abkommens.“