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Digitalisierung

Nach 125 Jahren: Paris schmeißt Metro-Papiertickets – folgt Wien?

Nach 125 Jahren: Paris schmeißt Metro-Papiertickets – folgt Wien?
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3 Min. Lesezeit |

Nach 125 Jahren Tradition verschwindet ein Stück Pariser Verkehrsgeschichte: Die Metro sagt adieu zu ihren ikonischen Papiertickets und setzt auf digitale Alternativen.

Die Pariser Metro verabschiedet sich endgültig von ihren traditionellen Papiertickets. Wie die Verkehrsbetriebe RATP (Pariser Verkehrsbetriebe) mitteilten, wurde der Verkauf der klassischen Fahrkarten nun im gesamten Netz der Pariser Metro und S-Bahn eingestellt. Stattdessen setzen die Betreiber auf elektronisch aufladbare Karten, Abonnements und Smartphone-Tickets – Optionen, die bereits von einem Großteil der Fahrgäste genutzt werden.

Die Umstellung erfolgte schrittweise. Bereits vor zwei Jahren verschwand das bei Touristen beliebte „Carnet de 10“ (10er-Ticketbündel) – jene gebündelten Einzelfahrscheine zum vergünstigten Preis. Wer noch Papiertickets besitzt, kann diese allerdings noch bis ins kommende Jahr hinein verwenden. Auch ein späterer Umtausch der Fahrkarten bleibt möglich.

Mit der Abschaffung der Papiertickets verfolgen die Pariser Verkehrsbetriebe auch ökologische Ziele. Zu Beginn der Umstellung schätzte die RATP, dass jährlich mehr als 500 Millionen Papiertickets verkauft wurden, die nach Gebrauch im Müll oder auf der Straße landeten. Die robusten Papierfahrscheine waren seit der Eröffnung der ersten Metrolinie vor 125 Jahren im Einsatz, wobei sich ihr Design im Laufe der Zeit mehrfach veränderte.

@erintridle

Neue Ticketoptionen

Besucher von Paris können künftig auf die wiederaufladbare „Navigo Easy“-Karte zurückgreifen. An Ticketautomaten lassen sich darauf speziell für Touristen konzipierte Mehrtages-Abonnements oder die exakt benötigte Anzahl an Einzelfahrten laden – was unter Umständen deutlich kostengünstiger ist als eine Mehrtageskarte. Alternativ steht der Ticketkauf per Smartphone zur Verfügung. Anders als etwa in London ist in Paris jedoch keine direkte Nutzung der Kreditkarte als Fahrausweis möglich.

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Wiens Ticketstrategie

Bei den Wiener Linien sind Papiertickets weiterhin erhältlich – sowohl an Fahrscheinautomaten in U-Bahnstationen und Straßenbahnen als auch an Info- und Ticketstellen. Parallel dazu können Fahrgäste ihre Tickets digital über die WienMobil-App oder den WienMobil-Ticketshop erwerben. Auf Nachfrage des KURIER erklärte Pressesprecherin Carina Novy, dass der Schwerpunkt bereits seit mehreren Jahren auf der Digitalisierung des Ticketangebots liege.

„Dieser Fokus ist wichtig, da digitale Tickets nicht nur den Ticketkauf vereinfachen, sondern auch einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Effizienz leisten. Digitale Tickets reduzieren den Papierverbrauch, verkürzen Wartezeiten und senken den Verwaltungsaufwand – Vorteile, die direkt an die Fahrgäste weitergegeben werden“, so Novy. Ab dem 1. Jänner 2026 erhalten Fahrgäste, die digitale Kurzzeittickets wählen, einen Preisnachlass von fünf Prozent. Wer bei der Jahreskarte auf die Plastikversion verzichtet, spart sechs Euro.

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Auf Papiertickets will man in Wien derzeit jedoch nicht vollständig verzichten, da weiterhin Nachfrage besteht, insbesondere von Fahrgästen ohne Smartphone.

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KO KOSMO-Redaktion
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