Ustascha-Gruß, politische Brandrede und ein Auftrittsverbot: Marko Perković Thompson verwandelt sein Zagreber Konzert in eine nationalistische Demonstration.
Politischer Eklat
Marko Perković Thompson sorgte bei seinem jüngsten Konzert in der Arena Zagreb für heftige Kontroversen. Während der Veranstaltung erschallte der umstrittene Ustascha-Gruß „Za dom spremni“ (Für die Heimat bereit) durch die Halle – sowohl vom Künstler selbst als Teil seines Liedes „Bojna Čavoglave“ als auch von zahlreichen Fans, die entsprechende T-Shirts und Schals trugen.
Die Stadtregierung unter Bürgermeister Tomislav Tomašević hat inzwischen einen zweiten geplanten Auftritt Thompsons in der Arena untersagt. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war genau jener faschistische Gruß, der in Kroatien seit Jahren für gesellschaftliche und politische Spannungen sorgt.
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Politische Brandrede
Vor dem umstrittenen Lied nutzte Thompson die Bühne für eine politische Brandrede: „Dies ist kein gewöhnliches Konzert. Es handelt sich um einen Angriff auf den Heimatkrieg und die Grundlagen des kroatischen Staates“, erklärte der Sänger laut 24sata. Er bezeichnete die Zagreber Stadtregierung als „extreme linke Sekte“ und „Überreste der Jugokommunisten“ und rief seine Anhänger zum demokratischen Widerstand auf: „Ich fordere alle, die mit dieser Regierung unzufrieden sind, auf, sich durch Wahlen zu widersetzen – ob regulär oder vorgezogen.“
Besonders an die jüngere Generation richtete Thompson seinen Appell: „Ich rufe alle jungen Menschen auf, sich zu engagieren, damit ihr, unsere Jugend, unsere Falken, unsere Schönheit, Kroatien stolz und schön macht, wie in unseren Träumen. Wir werden das Elend und die Feigheit nicht hinnehmen, die uns unsere Weckrufe von 1991 verbietet. Es werden noch Tage kommen, es werden Kämpfe kommen.“
Polizeiliche Maßnahmen
Anschließend stimmte er „Bojna Čavoglave“ an, wobei er „Za dom“ rief und das Publikum mit „Spremni!“ antwortete. Thompsons Management hatte die Zagreber Stadtverwaltung bereits zuvor als „Sekte“ bezeichnet und kündigte durch Manager Zdravko Barišić im Fernsehsender Nova TV weitere Schritte gegen das Auftrittsverbot an.
Die Polizei hatte vor dem Konzert angekündigt, die gesamte Veranstaltung sowie das Geschehen davor und danach aufzuzeichnen. Diese Aufnahmen sollen nun ausgewertet werden, um mögliche Gesetzesverstöße zu ahnden und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen.