Asbestgefahr im öffentlichen Raum: Während Greenpeace alarmiert über neue Funde berichtet, spricht die FPÖ von „faktenbefreiter Panikmache“ – der Konflikt spitzt sich zu.
Greenpeace hat in der Steiermark und im Burgenland asbesthaltige Materialien nachgewiesen. Die Umweltorganisation entdeckte auf dem Hauptplatz des oststeirischen Ortes Neudau belasteten Streusplitt. Zudem soll in mehreren burgenländischen Steinbrüchen asbestverseuchtes Material abgebaut und als Schotter vertrieben worden sein. Bereits im Jänner hatte Greenpeace bei Probenentnahmen Asbest auf Spielplätzen festgestellt.
Das Thema wurde diese Woche im steirischen Landtag behandelt. Der Abgeordnete der Grünen, Lambert Schönleitner, konfrontierte FPÖ-Umweltlandesrat Hannes Amesbauer in einer dringlichen Anfrage mit den Vorwürfen. Amesbauer wies die Bedenken zurück und erklärte, es gebe in der Steiermark „keinerlei Verdachtsmomente“. Er warf den Grünen vor, „reine, faktenbefreite Panikmache“ zu betreiben.
Neue Asbestfunde
Am Freitag präsentierte Greenpeace weitere Nachweise von Asbestfunden im Burgenland und in der Oststeiermark. Untersuchungen von sechs Proben aus Winden am See, Breitenbrunn, Hartberg und Neudau ergaben einen Asbestgehalt von über 50 Prozent. In der Oststeiermark wurden die belasteten Materialien am Bankett nahe zweier Geschäfte in Hartberg sowie als Streusplitt auf dem Hauptplatz in Neudau identifiziert.
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Regionale Unterschiede
Greenpeace-Umweltchemiker Herwig Schuster betonte, dass neben dem Burgenland vor allem die Steiermark stark betroffen sei. In der Oststeiermark wurden teilweise reine Asbeststeine im Bankett neben Gehwegen sowie Rollsplitt direkt auf dem Hauptplatz gefunden. Auch aus den steirischen Steinbrüchen Preg und Lobming wurden Proben entnommen.
Diese wiesen mit unter 0,1 Prozent Asbestgehalt eine deutlich geringere Belastung auf als die burgenländischen Steinbrüche und liegen unter dem Grenzwert für gefährlichen Abfall.