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Sportrechtsstreit

Trotz Achtelfinale des Europacups – Kroaten weigern sich in dieser in dieser Halle zu spielen

Trotz Achtelfinale des Europacups – Kroaten weigern sich in dieser in dieser Halle zu spielen
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Ein Heimspiel, das keines sein darf – hinter dem Streit um einen Spielort steckt weit mehr als Sport.

Ein Heimspiel, das keines sein darf – hinter dem Streit um einen Spielort steckt weit mehr als Sport.

Für den Wasserball-Klub VPK Primorac aus Kotor steht ein richtungsweisendes Spiel auf dem Programm: Im Achtelfinale des Europacups trifft die Mannschaft auf den kroatischen Topklub Jug aus Dubrovnik. Doch ausgetragen wird die Partie nicht in der Heimstadt – Primorac muss nach Podgorica ausweichen.

Der Grund: Die kroatische Seite hatte sich geweigert, im Schwimmbad von Kotor anzutreten, das nach Zoran Dzimi Gopcevic benannt ist – einer Person, die nach Angaben der Kroaten als Kriegsverbrecher gilt. Gopčević war Wächter im Morinj-Lager, in dem während des Angriffs der JNA und montenegrinischer Reservisten auf Dubrovnik 1991 Kroaten gefangen gehalten und gefoltert wurden. Er starb im Jahr 2000. Die LEN (Europäischer Schwimmverband) gab der kroatischen Forderung statt. Der Einspruch aus Montenegro blieb ohne Erfolg.

Schutzlos im Sportrecht

Der CAS (Internationaler Sportgerichtshof) erklärte sich für „nicht zuständig“ – eine Formulierung, hinter der sich in der Praxis eine weitreichende Konsequenz verbirgt: Das Gericht prüfte schlicht nicht, ob die Spielverlegung rechtmäßig und regelkonform erfolgte. Primorac wurde damit sportrechtlich schutzlos gestellt.

Die Entscheidung der LEN bleibt in Kraft, der Verein steht vor einem klaren Ultimatum: entweder unter den aufgezwungenen Bedingungen antreten oder empfindliche Strafen riskieren – darunter eine mehrjährige Sperre sowie finanzielle Sanktionen. Der Klub weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass VPK Primorac seit nunmehr fünf Jahren ohne jegliche institutionelle Unterstützung auskommen muss – in allen Belangen vollständig auf sich allein gestellt.

Fragwürdige Entscheidung

Besonders brisant: Die LEN ordnete an, das Spiel um 19 Uhr auszutragen – noch bevor die CAS-Entscheidung offiziell veröffentlicht wurde. Dieser Umstand nährt erhebliche Zweifel daran, ob das Ergebnis nicht bereits im Vorfeld feststand. Noch dazu ist im selben Schwimmbad für 18 Uhr bereits eine weitere Partie angesetzt – ein organisatorischer Widerspruch, der zeigt, dass die Durchsetzung der Entscheidung offenbar um jeden Preis verfolgt wird.

Wenn ein internationales Sportgericht die Prüfung verweigert, während die Dachorganisation gleichzeitig die Umsetzung der umstrittenen Maßnahme beschleunigt, ist die Botschaft unmissverständlich: Innerhalb des Sportsystems gibt es für den Verein keinen Schutz. „Als verantwortungsbewusste Menschen haben wir nicht das Recht, mit dem Schicksal des Vereins und der hundertjährigen Arbeit früherer Generationen zu spielen – und auch nicht mit der Zukunft kommender Generationen“, heißt es in der Stellungnahme.

Theoretisch bliebe noch der Weg vor ordentliche Gerichte in der Schweiz, wo die Organisation ihren Sitz hat. Doch die Dimension dieses Falls geht längst über eine sportliche Auseinandersetzung hinaus – sie ist zur institutionellen und staatlichen Frage geworden. Denn wenn internationale Sportorganisationen Entscheidungen mit politischem Hintergrund ohne wirksame gerichtliche Kontrolle treffen können, ist das Problem weit größer als ein einzelnes Spiel.

„Dies ist kein Kampf um einen Spieltermin. Dies ist ein Kampf um das Recht auf ein faires Verfahren und elementare Rechtssicherheit im Sport. Wir rufen die Fans auf, heute Abend VPK Primorac in einem der vielleicht wichtigsten Spiele in der Geschichte des Vereins zu unterstützen!“, schließt die vom Vereinspräsidenten Sinisa Kovacevic unterzeichnete Erklärung.

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KO KOSMO-Redaktion
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