Tief im Iran, umzingelt von Revolutionsgarden: Ein verwundeter US-Soldat wartet – und die Uhr tickt.
US-Spezialkräfte haben im Iran ein vermisstes Besatzungsmitglied eines abgeschossenen amerikanischen Kampfjets aufgespürt und in Sicherheit gebracht. Wie das US-Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf drei US-Beamte berichtet, wurde der Waffenoffizier zur medizinischen Versorgung nach Kuwait ausgeflogen – darüber berichtet auch die New York Times. Die Rettungsaktion fand am Samstag statt, einen Tag nach dem Abschuss des Flugzeugs, und wurde von einer spezialisierten Kommandoeinheit unter Luftunterstützung durchgeführt.
Im Zuge der Operation eröffneten US-Kräfte heftiges Feuer, bevor sie das Gebiet verließen. Ein erstes Besatzungsmitglied der abgeschossenen Maschine war bereits zuvor gerettet worden. Die Lage gestaltete sich dabei äußerst brenzlig: Die iranischen Revolutionsgarden hatten ebenfalls Einheiten in die Region entsandt, woraufhin US-Kampfjets Luftangriffe flogen, um deren Vorrücken zu verhindern.
Trumps Reaktion
US-Präsident Donald Trump bestätigte die Rettung in einem Beitrag auf Truth Social. Der Soldat sei verletzt, werde sich aber erholen. „Wir haben ihn!“, schrieb Trump und betonte, dass kein US-Soldat jemals zurückgelassen werde.
Er hob die seiner Einschätzung nach erdrückende Luftüberlegenheit der USA über dem iranischen Luftraum hervor und bezeichnete das US-Militär als „das beste, professionellste und tödlichste Militär in der Geschichte der Welt“. Laut Axios verfolgten Trump und führende Mitglieder seines Teams den Einsatz vom Lagezentrum des Weißen Hauses in Washington aus.
Dramatische Stunden
Wie das Wall Street Journal berichtet, musste der abgeschossene US-Pilot ein „waghalsiges Manöver“ vollführen, um das Rettungsteam zu erreichen. Rund 36 Stunden lang befand er sich in einer Bergregion des Iran, während amerikanische MQ-9 Reaper-Drohnen iranische Kräfte angriffen, die versuchten, ihn zu fassen. Der Iran hatte zuvor eine Belohnung für denjenigen ausgelobt, der den Piloten aufspüren würde.
Die iranischen Revolutionsgarden erklärten ihrerseits, während des US-Rettungseinsatzes ein amerikanisches Flugzeug abgeschossen zu haben. Der Abschuss sei in der Region Isfahan erfolgt, meldete die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Revolutionsgarden.
Laut einem Bericht der New York Times blieben zwei US-Transportflugzeuge, die für die Evakuierung des geretteten Soldaten und der Spezialeinheiten vorgesehen waren, auf einem provisorischen Flugfeld im Iran stecken. Um zu verhindern, dass die Maschinen in iranische Hände fielen, entschied das US-Militär, sie zu sprengen. Daraufhin wurden drei weitere Transportflugzeuge entsandt, um die Rettungsmission zum Abschluss zu bringen.