Schwere Vorwürfe, schweigendes Elternhaus – am Landesgericht Leoben endete ein Jugendprozess mit einem unerwarteten Ausgang.
Am Landesgericht Leoben ist am Mittwochvormittag ein 15-jähriger Bursche aus der Obersteiermark freigesprochen worden. Der Jugendliche hatte sich wegen fortgesetzter Gewaltausübung gegen seine Eltern vor Gericht verantworten müssen – mangels Beweisen endete das Verfahren jedoch ohne Schuldspruch.
Schwere Vorwürfe
Die Staatsanwältin hatte zuvor ein schwerwiegendes Bild der Vorwürfe gezeichnet: Der Jugendliche soll seine Eltern geschubst, gebissen und mit Gegenständen beworfen haben. Besonders gravierend war der Vorwurf, er habe seiner Mutter eine zwei Kilogramm schwere Hantel nachgeworfen und sie mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen. Auch gegen den Vater soll er in ähnlicher Weise vorgegangen sein – laut Anklage etwa einmal pro Woche, wobei die Eltern dabei teils Hämatome davontrugen.
Eltern schweigen
Bekannt geworden war der Fall, nachdem die Eltern selbst die Polizei um Unterstützung ersucht hatten. Der Jugendliche wurde daraufhin vorläufig in Gewahrsam genommen und befand sich in ärztlicher Behandlung.
Zu Beginn der Verhandlung zeigte sich der Bursche zunächst unschlüssig, ob er eine Aussage machen wolle – nach Rücksprache mit seinem Verteidiger entschied er sich jedoch zu schweigen. Da auch die Eltern keine Angaben machten, fehlte es an einer tragfähigen Beweisgrundlage, was schließlich zum Freispruch des Angeklagten führte.