Ein verplombtes Paket, eine ahnungslose Mitarbeiterin – und ein Fund, mit dem niemand gerechnet hatte.
Montagnachmittag, kurz nach halb drei, traf bei der FACC AG – einem auf Flugzeugkomponenten spezialisierten Unternehmen mit Sitz in St. Martin im Innkreis (Oberösterreich) – ein großes, verplombtes und tiefgekühltes Paket ein. In der Warenannahme erregte die Lieferung zunächst keinerlei Aufsehen: Man rechnete mit der Anlieferung sogenannter Prepregs – vorimprägnierter Faser-Matrix-Halbzeuge (Verbundwerkstoffe im Rohzustand), die im Flugzeugbau Verwendung finden.
Als eine Mitarbeiterin die Plombe entfernte und das Paket öffnete, bot sich ihr jedoch ein völlig unerwarteter Anblick: Statt der bestellten Materialien enthielt die Sendung acht menschliche Torsos. Die Oberkörper waren als solche beschriftet und eindeutig erkennbar. Sichtlich geschockt, schlug sie bei den Vorgesetzten Alarm.
Verwechslung in München
Das Unternehmen verständigte umgehend die Polizei, die sofort mit den Ermittlungen begann. Hinweise auf ein Verbrechen lagen von Beginn an nicht vor – und dieser erste Eindruck bestätigte sich rasch. „Es gab eine Verwechslung am Flughafen München“, bestätigt man bei FACC. Weitergehende Stellungnahmen lehnte das Unternehmen ab und verwies auf ein juristisches Verfahren, das infolge des Irrtums eingeleitet wurde.
Der genaue Hergang ließ sich in der Folge rekonstruieren: Am Flughafen München waren zwei Pakete vertauscht worden, die beide ihren Ursprung in den USA hatten. Die für ein Forschungslabor bestimmte Sendung gelangte dabei an FACC, während die für das Innviertler Unternehmen vorgesehene Lieferung offenbar an das Labor weitergeleitet wurde.
Inzwischen befinden sich beide Pakete auf dem Weg zu ihren jeweiligen ursprünglichen Empfängern.