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Fahrgastkomfort

Smarte App: Wien verrät dir bald, wo man kühl unterwegs ist

Smarte App: Wien verrät dir bald, wo man kühl unterwegs ist
Beim Mobilitäts-Ranking konnte Wien auch in der Kategorie öffentlicher Verkehr den ersten Platz belegen. (Foto: Greenpeace/ Mitja Kobal)
4 Min. Lesezeit |

Kühle Luft oder Schwitzen auf Schienen – ab Juli macht eine neue App-Funktion den Unterschied sichtbar, bevor man einsteigt.

Anfang Juli hält eine neue Funktion Einzug in die WienMobil-App: Klimatisierte Fahrzeuge werden künftig durch einen blauen Rand gekennzeichnet, sodass Fahrgäste bereits bei der Routenplanung erkennen können, ob ihr Zug oder Bus über eine Kühlung verfügt. Vor allem für ältere oder hitzeempfindliche Personen soll die Neuerung an heißen Tagen eine spürbare Erleichterung bringen.

Während die gesamte Busflotte der Wiener Linien bereits vollständig klimatisiert ist, beträgt der entsprechende Anteil bei den Schienenfahrzeugen derzeit 64 Prozent. Die U6 bildet dabei eine Ausnahme: Sie ist zur Gänze mit Klimaanlagen ausgestattet.

Steigende Klimatisierung

Die Wahrscheinlichkeit, in eine nicht gekühlte U-Bahn oder Straßenbahn zu geraten, ist in den vergangenen Jahren zwar deutlich gesunken – ausgeschlossen ist sie jedoch noch nicht. Vor einem Jahrzehnt verfügte lediglich ein gutes Drittel der Schienenfahrzeuge über eine Klimatisierung; der Wert lag damals bei 40 Prozent.

Die neue Kennzeichnungsfunktion in der App entspreche einem lang gehegten Wunsch der Fahrgäste, erklärt Gudrun Senk, Geschäftsführerin für den technischen Bereich der Wiener Linien: „Auch wenn wir auf der Schiene nicht so weit sind wie bei der Busflotte, ist die Tendenz der Klimatisierung stark steigend. Wir wollen den Fahrgastkomfort kontinuierlich erhöhen.“

Wer in einer U-Bahn-Station wissen möchte, ob der einfahrende Zug klimatisiert ist, kann auch weiterhin den Abfahrtsmonitor zu Rate ziehen: Ein Unterstrich vor der Minutenanzeige weist auf eine gekühlte Garnitur hin. Fällt die Klimaanlage in einem Fahrzeug aus, können Fahrgäste dies über das Kontaktformular oder telefonisch beim Kundendialog der Wiener Linien melden. Dabei ist es wichtig, die Wagennummer zu notieren und anzugeben, da ein solcher Defekt vom Fahrstand aus nicht festgestellt werden kann.

Technik & Grenzen

Technisch basiert die Kühlung auf sogenannten HKL-Anlagen (Heizung, Klima, Lüftung), die von einem zentralen Steuergerät geregelt werden. Integrierte Sensoren erfassen laufend die Innentemperatur und übermitteln die Messwerte an das Steuergerät, das daraufhin automatisch zwischen Heizen, Kühlen und Lüften wechselt. Die Schwellenwerte sind klar definiert: Übersteigt die Temperatur 25 Grad, schaltet die Anlage auf Kühlung; zwischen 18 und 25 Grad wird gelüftet; fällt der Wert darunter, springt die Heizung an.

Im Sommer ist das Ziel, die Fahrzeuginnentemperatur um etwa fünf Grad gegenüber der Außentemperatur abzusenken. Dass nicht stärker gekühlt wird, hat sowohl praktische als auch gesundheitliche Gründe. Die Türen öffnen sich in kurzen Abständen, und eine extreme Temperaturdifferenz zwischen innen und außen wäre für den Körper belastend.

„Fahrgäste verweilen relativ kurz, steigen aus und um. Von 36 Grad Außentemperatur in einen 20 Grad kühlen Zug zu steigen, wäre auch körperlich eine Belastung sowie energietechnisch problematisch und würde sehr viel Geld kosten“, erläutert Wiener Linien-Fahrzeugtechniker Gerhart Siegl.

Aktuell sind 80 Prozent der gesamten Flotte mit Klimaanlagen ausgestattet. Wann die vollständige Abdeckung erreicht sein wird, lässt sich nicht konkret benennen. Senk verweist auf die Abhängigkeit von äußeren Faktoren: „Die Erneuerung des Fuhrparks hängt von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.“

Seit 25 Jahren werden ausschließlich klimatisierte Fahrzeuge neu beschafft. Im Schienenbereich gestaltet sich die Umrüstung aufwendiger als im Busbereich, da elf unterschiedliche Fahrzeugtypen im Einsatz sind. Die ältesten Modelle, die sogenannten Silberpfeile, haben eine Nutzungsdauer von 45 Jahren. Bei den Straßenbahnen läuft derzeit die schrittweise Ablöse der E-Garnituren durch moderne Flexity-Züge.

Ein vorzeitiges Ausscheiden nicht klimatisierter Fahrzeuge aus dem Betrieb kommt für die Wiener Linien nicht in Frage, da dies unweigerlich zu längeren Intervallen und damit zu längeren Wartezeiten für die Fahrgäste führen würde.

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KO KOSMO-Redaktion
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