Ein Großbrand nahe der Wiener Südosttangente hält die Stadt in Atem – und die A23 bleibt vorerst gesperrt.
Nach dem Großbrand in einer Lagerhalle im Bereich der Wiener Südosttangente bleibt die A23 zwischen dem Knoten Kaisermühlen und dem Stadlauer Tunnel in beiden Richtungen gesperrt. Einsturzgefahr besteht weiterhin, zudem werden noch Glutnester bekämpft. „Wir sind noch mit 32 Mann und acht Fahrzeugen vor Ort“, so Jürgen Figerl von der Berufsfeuerwehr Wien.
Das Dach der Halle ist in Teilen ausgebrannt. „Da gilt es jetzt zu beurteilen, ob die Teile, die noch stehen, standfest genug sind oder nicht“, erklärte der Feuerwehrsprecher. Im Falle eines Einsturzes könnten Trümmer auf die Fahrbahn gelangen.
Statik unter Prüfung
ASFINAG-Sprecher Andreas Steindl zufolge laufen derzeit Abstimmungsgespräche mit den beteiligten Einsatzorganisationen über das weitere Vorgehen. „Unser nächstes Ziel ist jetzt zu eruieren, wie weit die Statik der Halle Einfluss auf die A23 hat und wie bald, wie ehestmöglich eine Öffnung der A23 aus Sicherheitsgründen machbar ist.“ Noch im Laufe des Samstagvormittags sollen die Beratungen zu einem Ergebnis führen. Konkret wird untersucht, ob der Brand strukturelle Auswirkungen auf die Autobahn hatte.
Großbrand im 22. Bezirk. Alarmstufe 4 #wien #feuerwhe pic.twitter.com/rRUav3m3fg
— Esterreicherr (@Esterreicherr) July 3, 2026
Bei der betroffenen Lagerhalle soll es sich um einen Abfallverwertungsbetrieb handeln. Die Brandursache in der Abfallverwertungsanlage in der Gotramgasse in Wien-Donaustadt war zum Zeitpunkt der Berichterstattung laut Medien und Einsatzkräften noch unklar. Am Vorabend war die Rauchentwicklung massiv, Alarmstufe vier wurde ausgerufen. Die Feuerwehr rückte mit 31 Fahrzeugen und 120 Einsatzkräften an.
Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs dürften sich keine Personen in der Halle aufgehalten haben. Die Wiener Berufsrettung, die ebenfalls mit einem Großaufgebot vor Ort war, meldete keine Verletzten.
In einem ersten Schritt gelang es der Feuerwehr, ein Übergreifen der Flammen auf den Sondermüll zu verhindern, wie Feuerwehrsprecher Christian Feiler erläuterte. „In solchen Lagerhallen, die bei einem Recyclingbetrieb teilweise sehr gut ausgelastet sind, ist das eine sehr schweißtreibende Arbeit“, so Feiler.
Verkehr stark beeinträchtigt
Auch der U-Bahn-Betrieb war vom Brand betroffen: Die U2 musste die Station Wien-Stadlau wegen der starken Rauchentwicklung zwischen 18.00 und 19.00 Uhr durchfahren, danach konnte dort aber wieder angehalten werden.
Darüber hinaus kam es bei den ÖBB zu Einschränkungen: Zwischen Wien Hauptbahnhof und Wien Aspern Nord waren bis 23.59 Uhr keine Fahrten möglich, Fernverkehrszüge wurden umgeleitet. Zwischen Wien Hauptbahnhof und Wien Aspern Nord kam es zu Zugsausfällen und Verspätungen von bis zu 60 Minuten. Nach Mitternacht wurde die Streckensperrung wieder aufgehoben.