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Laboruntersuchung

Giftige Klebetattoos für Kinder: Greenpeace fordert sofortigen Rückruf

Giftige Klebetattoos für Kinder: Greenpeace fordert sofortigen Rückruf
FOTO: iStock/Eva Mae Ritter
2 Min. Lesezeit |

Klebetattoos landen direkt auf Kinderhaut – was Labore darin fanden, alarmiert Experten und Umweltschützer gleichermaßen.

Greenpeace und die Arbeiterkammer Oberösterreich haben gemeinsam Klebetattoos für Kinder einer Laboruntersuchung unterzogen – mit beunruhigendem Ergebnis: 13 von 15 geprüften Produkten erwiesen sich als nicht empfehlenswert. Insgesamt wurden 31 Chemikalien nachgewiesen, darunter Weichmacher, Schwermetalle sowie PFAS-Verbindungen, von denen einige in der EU bereits verboten sind.

Als besonders gravierend gilt der Nachweis von PFAS, da diese Substanzen biologisch kaum abbaubar sind und teilweise als krebserregend eingestuft werden. In Tattoos aus dem Sortiment von Müller und Thalia wurde zudem PTFE – besser bekannt als Teflon – gefunden. Bei allen drei bei Amazon geprüften Produkten fehlten die gesetzlich vorgeschriebenen Inhaltsstoffangaben vollständig.

Gefährlicher Chemikalien-Cocktail

Obwohl einzelne gesetzliche Grenzwerte eingehalten wurden, fehle es laut einer gemeinsamen Aussendung der beiden Organisationen an einem wirksamen Schutz vor dem sogenannten „kombinierten Chemikalien-Cocktail“. In einer einzigen Probe seien bis zu zwölf Schadstoffe gleichzeitig enthalten gewesen. Vier der getesteten Tattoos enthielten die als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichneten PFAS, in sechs Proben fanden sich Substanzen, die in der EU für Kosmetika oder Spielzeug nicht zugelassen sind.

Giftige Schwermetalle wie Blei und Nickel wurden in nahezu allen Proben nachgewiesen. Die gemessenen Bleikonzentrationen lagen zwar unterhalb der empfohlenen Richtwerte, dennoch sei eine Aufnahme von Blei über die Haut grundsätzlich möglich und daher so weit wie möglich zu vermeiden.

„Bei Produkten, die gezielt für Kinder vermarktet werden und über Stunden auf der Haut verbleiben, sollte nicht allein die Einhaltung gesetzlicher Grenzwerte im Vordergrund stehen“, so die Dermatologin Alexandra Vent. „Ebenso wichtig ist die Frage, ob jede einzelne chemische Substanz tatsächlich erforderlich ist oder ob sich technisch vermeidbare Verunreinigungen weiter reduzieren lassen. Aus medizinischer Sicht sollte hier das Vorsorgeprinzip gelten.“

Greenpeaces Forderungen

Für Greenpeace belege der Test ein „systematisches Versagen bei der Produktsicherheit“. Die Umweltorganisation wandte sich mit konkreten Forderungen an den zuständigen Minister Norbert Totschnig (ÖVP): ein umfassendes Verbot aller PFAS-Verbindungen sowie strengere Chemikalienvorschriften, die sogenannte Cocktail-Effekte bei der Grenzwertfestlegung berücksichtigen.

„Die belasteten Klebetattoos müssen sofort aus allen Regalen und Online-Shops verschwinden“, forderte Madeleine Drescher, Konsumexpertin bei Greenpeace Österreich. „Händler und Hersteller müssen jetzt Verantwortung übernehmen und die Gesundheit unserer Kinder zur obersten Priorität machen.“

Den vollständigen Test mit den betroffenen Produkten findet ihr hier.

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KO KOSMO-Redaktion
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