Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
KEINE GNADE

AMS schickt Wiener nach Oberösterreich – kein Geld bei Ablehnung

AMS schickt Wiener nach Oberösterreich – kein Geld bei Ablehnung
Symbolbild (FOTO: iStockphoto, Google Maps-Screenshot)
3 Min. Lesezeit |

Die Arbeitsbeschäftigung kratzt am Vorkrisenniveau, aber die Langzeitarbeitslosenrate steigt. Wie Kosmo bereits berichtet hat, kündigte Arbeitsminister Kocher nach Sanktionen, weitere Strafen an.

“Schneller als erwartet” gehe die Arbeitslosigkeit zurück, in Bereichen wie der Gastronomie oder dem Tourismus gebe es allerdings noch Schwierigkeiten, so ÖVP-Arbeitsminister Martin Kocher am Sonntagabend in der ORF-“ZiB 2”. Das Ziel sei nun, den “Bestand auf Vorkrisenniveau” zu bringen. Das heißt: Auch Langzeitarbeitslose sollen so schnell wie möglich wieder einen Job finden und bis Ende des Jahres soll die Arbeitslosigkeit insgesamt nur mehr so hoch wie Ende 2019 vor der Pandemie sein.

Weiteres sollen Langzeitarbeitslose Arbeitsstellen österreichweit annehmen müssen, ein Arbeitsloser aus Wien soll so zu einer Firma etwa nach Vorarlberg geschickt werden können. Auch für erst vor kurzem arbeitslos gewordene Menschen soll eine Strecke von 1,5 Stunden zumutbar gemacht werden, hieß es in einem internen Papier.

[crp box=“1″ limit=“3″ heading=“1″ offset=“0″]

Zumutbare Arbeitsstellen sind klar definiert:
Auf der AMS-Webseite heißt es: „Eine zumutbare Beschäftigung ist eine Beschäftigung, die Ihren körperlichen Fähigkeiten entspricht, die Ihre Gesundheit und Sittlichkeit nicht gefährdet, die angemessen entlohnt wird, die in angemessener Zeit erreichbar ist oder für die das Unternehmen eine Unterkunft bereit stellt, die eine gewisse Arbeitszeit umfasst (Mindestarbeitszeit), die es Ihnen ermöglicht, Ihren gesetzlichen Betreuungspflichten nachzukommen und die Sie in einem Betrieb ausüben, in dem nicht gestreikt wird und Arbeitskräfte nicht ausgesperrt sind.“

„Wir vermitteln bereits jetzt Wiener zum Arbeiten nach Tirol.“

AMS-Pressesprecher Sebastian Paulick

[crp box=“1″ limit=“3″ heading=“1″ offset=“3″]

Als zumutbar gelten für Vollzeit-Jobs zwei Stunden Hin- und Rückreise. Bei Teilzeit sind es 1,5 Stunden. „Geringe Überschreitungen der täglichen Wegzeit sind immer zumutbar. Wesentliche Überschreitungen sind nur unter besonderen Umständen zumutbar – z. B. wegen besonders günstiger Arbeitsbedingungen oder der Anreise aus einer Pendlerregion“, schreibt der Arbeitsmarktservice.

„Wir vermitteln bereits jetzt Wiener zum Arbeiten nach Tirol. Vorausgesetzt wird dabei, dass ArbeitgeberInnen eine kostenlose Unterkunft für ArbeitnehmerInnen zur Verfügung stellen und diese keine Betreuungspflichten haben“, sagte AMS-Pressesprecher Sebastian Paulick, gegenüber „Heute“.

„Aktion Sprungbrett“:
Aktuell sind 150.000 Menschen in Österreich bereits länger als ein Jahr arbeitslos. Um Langzeitarbeitslosen dabei zu helfen, wieder einen Job zu finden, startete ab 1.Juli das von der Bundesregierung initiierte Projekt „Aktion Sprungbrett“. Damit soll zumindest ein Drittel der Langzeitarbeitslosen, also in etwa 50.000 Personen, wieder im Arbeitsmarkt integriert werden.

Langzeitarbeitslosigkeit:
Laut AMS gilt man als Langzeitarbeitsloser, wenn man genau ein Jahr lang keinen Job gefunden hat. „Aber auch Menschen, die weniger als zwei Monate einen Job hatten oder weniger als zwei Monate eine Schulung gemacht haben, fallen in diese Gruppe“, sagt Sprenger. „Es ist auch nicht so, dass 100 Prozent der Arbeitslosen nicht arbeiten wollen, sondern, dass ArbeitgeberInnen sie nicht einstellen.“ Laut Paulick ist die Langzeitarbeitslosigkeit branchenunabhängig. „Bei den Meisten spielen Alter und Gesundheitsprobleme eine große Rolle.“

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen

Schreibe einen Kommentar