Start Gesundheit Ärger um unklare Reihenfolge: Wann bin ich mit Corona-Impfung dran?
SCHLUPFLÖCHER AUSGENUTZT

Ärger um unklare Reihenfolge: Wann bin ich mit Corona-Impfung dran?

(FOTO: iStockphoto)

In den vergangenen Tagen sorgen immer wieder Berichte über Nicht-Einhaltungen der offiziellen Reihenfolge bei der Corona-Impfung für Wirbel. Aber wie sieht die eigentliche Reihenfolge aus?

Erst heute sorgte der Feldkircher Bürgermeister Wolfgang Matt (ÖVP) in Vorarlberg für Schlagzeilen: Er hatte sich am Wochenende bei einer Impf-Aktion in einem Seniorenheim vorgedrängt und impfen lassen, obwohl er offiziell noch nicht an der Reihe war. Weiters berichtete KOSMO erst gestern über Ärzte, die Reiche und Prominente bei der Corona-Immunisierung vorziehen sollen. Laut dem Impfplan der Regierung sind Bewohner und Mitarbeiter in Alten- und Pflegeheimen sowie das Gesundheitspersonal zuerst an der Reihe. Das System bietet aber offenbar Schlupflöcher.

Eigentlich gibt es eine klare Reihung bei der Erhaltung der Impfdosen: In Phase 1 werden Personen mit der höchsten Priorität geimpft, sprich Über-80-Jährige, außerdem ältere und pflegebedürftige Menschen in Heimen und deren Pfleger. Und zu guter Letzt Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit hohem Expositionsrisiko und solche, die Menschen mit hohem Expositionsrisiko betreuen (Anm.: bspw. In der Notaufnahme, im Rettungsdienst, Zahn- und HNO-Ärzte, sowie medizinisches Personal von COVID-19-Patienten).

Doch wie jüngste Fälle zeigen, wird die offizielle Reihung oft nicht ganz so ernst genommen: Bereits vor wenigen Tagen herrschte Aufregung im Innviertel um einen Bürgermeister und zwei Vizebürgermeister, die sich in einem Seniorenheim impfen ließen, berichtete die „Heute“. Auch in einem privaten Floridsdorfer Pflegeheim sollen laut „Kronen Zeitung“ externe jüngere Leute, darunter der Ehemann der Direktorin, geimpft worden sein. Und nun kommt ein weiterer Fall hinzu: Der Feldkircher Bürgermeister Wolfgang Matt (ÖVP) ließ sich am Wochenende in einem Seniorenheim impfen. Die Ärztin Susanne Furlan hätte ihm zunächst die Impfung verweigert. Doch Matt habe darauf bestanden und damit argumentiert, dass er viele Besuche in Alters- und Pflegeheimen machen müsse.

Untenstehend findet ihr eine Grafik, wie die offizielle Verteilung der Impfdosen eigentlich aussehen sollte.

(Quelle: vergleich.org)

Impfgruppe 2: Hohe Priorität
In der zweiten Gruppe sind Über-70-Jährige, Menschen mit einer geistigen Behinderung bzw. Demenz. Weiters Menschen nach einer Organtransplantation sowie deren enge Kontaktpersonen oder Pfleger in stationären oder ambulanten Einrichtungen. Außerdem gehören Kontaktpersonen von Schwangeren dazu sowie medizinisches Personal mit hohem oder erhöhten Infektionsrisiko, also z.B. Ärzte und weiteres Personal mit regelmäßigem Patientenkontakt.

Darüber hinaus gehören zu dieser Gruppe: Mitarbeiter im öffentlichen Gesundheitsdienst oder der Krankenhausinfrastruktur sowie Menschen, die in Flüchtlings- oder Obdachloseneinrichtungen leben oder tätig sind. Weiters sei laut Gesundheitsministerium das gesamte Personal in Schulen, Kindergärten, Kinderkrippen und Kinderbetreuungseinrichtungen mit der Priorität „Erhöht“ einzustufen und damit in dieser zweiten Phase zu impfen.

Personal in Schlüsselpositionen der Landes- und Bundesregierungen sind laut Empfehlung übrigens erst unter der Priorität „Moderat erhöht“ zu reihen und sollten dementsprechend auch erst nach den ganzen oben genannten Bereichen zu impfen.

Impfgruppe 3: Erhöhte Priorität
Zu dieser Gruppe gehören alle Personen, deren Infektionsrisiko als leicht erhöht im Gegensatz zur Normalbevölkerung eingeschätzt wird, darunter alle Über-60-Jährigen, Personen mit Vorerkrankungen wie z.B. Adipositas (Fettleibigkeit), Diabetes oder Asthma und medizinische Beschäftigte in Bereichen mit wenig Expositionsrisiko (z.B. in Laboren).

Hinzu kommen noch Beschäftigte im Regierungsbereich und weiteren Einrichtungen des Bundes wie der Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und THW, Personen in relevanter Position in Unternehmen der kritischen Infrastruktur wie bspw. Apotheken, Lehrer und Erzieher sowie Menschen in prekären Lebenssituationen.

Eine Gruppe 4 gibt es zwar offiziell nicht, doch fallen hierunter letztlich alle gesunden Unter-60-Jährigen, denen keine besondere Priorität bei der Verteilung des Impfstoffs zukommt. Diese Bevölkerungsgruppe muss sich am längsten gedulden.

Personen mit Kontraindikationen oder zum Beispiel Schwangere sind übrigens derzeit nicht für eine Corona-Impfung vorgesehen.

Quellen und Links: