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Trauerfall

Alex Manninger: So schrieb die ÖFB-Legende Fußballgeschichte

Alex Manninger: So schrieb die ÖFB-Legende Fußballgeschichte
Foto: epa/MARCO GIGLIO
3 Min. Lesezeit |

Ein Bahnübergang, ein fataler Moment – und der österreichische Fußball verliert eine seiner stillen Legenden für immer.

Der österreichische Fußball trauert um Alexander Manninger. Der 33-fache Nationaltorwart kam am Donnerstagmorgen gegen 8.30 Uhr in Nußdorf am Haunsberg im Flachgau bei einem schweren Verkehrsunfall ums Leben – er wurde nur 48 Jahre alt. Ein Minivan wurde an einem nicht technisch gesicherten Bahnübergang von der Salzburger Lokalbahn erfasst.

Der Fahrer saß im Wrack eingeklemmt, der Aufprall war so gewaltig, dass das Fahrzeug mehrere Meter mitgerissen wurde. Rettungskräfte trafen rasch ein – doch für den Insassen kam jede Hilfe zu spät. Er starb noch an der Unfallstelle.

Außergewöhnliche Karriere

Mit ihm geht einer der außergewöhnlichsten Torhüter, die der österreichische Fußball je hervorgebracht hat. Manningers Geschichte begann bei Austria Salzburg, wo er früh als Ausnahmetalent galt – zunächst aber Geduld beweisen musste. Über Vorwärts Steyr und den Grazer AK arbeitete er sich in der Mitte der 90er-Jahre in die Schlagzeilen.

1997 dann der entscheidende Sprung: Manninger wechselte zum FC Arsenal und schrieb damit Geschichte – als erster Österreicher überhaupt, der in der Premier League auflief. In London bekam er seine Chance, als Stammkeeper David Seaman verletzt aussetzen musste. Manninger nutzte sie eindrucksvoll, wurde zum Torhüter des Monats gekürt und holte mit den Gunners das Double aus Meistertitel und FA Cup.

Die Konkurrenz in London blieb groß – und so begann eine ausgedehnte Reise durch die Topligen des Kontinents. Nach seinem Abgang von Arsenal 2002 folgten Stationen bei der AC Florenz als Leihspieler, bei Espanyol Barcelona, Torino, Bologna, Brescia und AC Siena.

Zwischen 2005 und 2006 kehrte er vorübergehend in die Heimat zurück und stand für RB Salzburg zwischen den Pfosten, ehe es ihn erneut nach Italien zog. In Siena etablierte er sich als verlässliche Größe – bevor er einmal mehr den Schritt zu einem europäischen Spitzenklub wagte, diesmal bewusst als Backup.

Stets gefragt

2008 unterschrieb Manninger bei Juventus Turin. Hinter Torhüterlegende Gianluigi Buffon blieb ihm meist die Rolle des Ersatzmanns – doch er blieb dem Klub über Jahre treu und war Teil des Teams, das 2011/12 den Scudetto (italienischer Meistertitel) holte.

Es war symptomatisch für seine gesamte Laufbahn: selten im Fokus der Öffentlichkeit, aber stets auf allerhöchstem Niveau gefragt. Nach einer kurzen vereinslosen Phase folgte 2012 ein neues Kapitel beim FC Augsburg. Dort wurde er zur wichtigen Stütze, half dem Klub mehrfach im Abstiegskampf und blieb bis 2016.

Seine letzte Station führte ihn noch einmal ganz nach oben – und zurück auf die Insel. Jürgen Klopp holte den erfahrenen Routinier 2016 zum FC Liverpool. Als gereifter Backup-Torhüter brachte er dem Kader Stabilität und Erfahrung. Ein Jahr später, 2017, beendete Manninger seine aktive Karriere.

Insgesamt stand er bei 14 Klubs unter Vertrag, spielte in England, Italien, Deutschland und Spanien – in allen großen europäischen Ligen. Für die österreichische Nationalmannschaft bestritt er 33 Länderspiele.

Manninger war kein Selbstdarsteller, suchte nie die große Bühne abseits des Platzes und blieb auch nach dem Ende seiner aktiven Zeit bewusst im Verborgenen.