20 Jahre lang kassierte ein Witwer die Pension seiner toten Frau – der Schaden ist enorm, die Konsequenzen bleiben aus.
Die Taskforce SOLBE (Sozialbetrug) hat einen Fall aufgedeckt, der in seiner Dreistigkeit kaum zu überbieten ist: Ein bosnischer Staatsbürger, der seit 1996 in Österreich lebte, ließ seine im Jahr 2006 verstorbene Ehefrau auf dem Papier schlicht weiterleben – und kassierte über Jahre hinweg monatlich ihre Pension. Rund 1.500 Euro flossen so Monat für Monat auf das Konto der Verstorbenen, über das der Witwer nach eigenem Gutdünken verfügte und damit seinen Lebensunterhalt finanzierte.
Der dem Staat entstandene Gesamtschaden beläuft sich auf rund 270.000 Euro. Ans Licht kam der Fall erst 2026, nachdem die Pensionsversicherungsanstalt aufgrund eines Verdachts Anzeige erstattet hatte. Die Kriminalpolizei nahm daraufhin Ermittlungen auf, im Zuge derer das betreffende Konto geöffnet werden konnte – dabei wurden rund 57.000 Euro sichergestellt und zurückgeführt.
Gefälschte Lebensnachweise
Die Ermittlungen förderten schließlich zutage, dass hinter dem jahrelangen Betrug der Ehemann der Verstorbenen steckte. Er hatte wiederholt sogenannte Lebensnachweise gefälscht und auch die E-Card seiner verstorbenen Frau verwendet, um gegenüber den Behörden deren angebliches Weiterleben zu bestätigen. Eine strafrechtliche Konsequenz bleibt dem Täter jedoch erspart: Er ist inzwischen ebenfalls verstorben – ein Großteil des veruntreuten Geldes ist damit unwiederbringlich verloren.
Vernetzung gegen Betrug
Am Mittwoch lud Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hochrangige Vertreter von Sicherheitsbehörden und relevanten Institutionen zu einem Vernetzungstreffen, bei dem die Intensivierung der Maßnahmen gegen Sozialleistungsbetrug im Mittelpunkt stand – wie das Portal Heute berichtete. Eine zentrale Rolle in diesem Bereich nimmt die Taskforce SOLBE unter der Leitung von Brigadier Gerald Tatzgern ein.
Seit ihrer Gründung sei es laut dem BMI-Brigadier „durch ausgezeichnete Zusammenarbeit mit allen involvierten Stellen“ gelungen, einen Schaden von rund 158 Millionen Euro aufzudecken.