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Betrugsurteil

Serbe und Bosnier zockten Pensionisten 600.000 Euro ab

Serbe und Bosnier zockten Pensionisten 600.000 Euro ab
(FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Falsche Polizisten, erfundene Unfälle, sechsstellige Summen – eine Betrügerbande hatte ältere Menschen systematisch im Visier.

Das Landesgericht Feldkirch hat einen 22-jährigen Serben wegen schweren, gewerbsmäßigen Betrugs zu vier Jahren Haft verurteilt. Der Mann war Mitglied einer international agierenden Betrügerbande und übernahm dabei die Rolle des sogenannten „Abholers“ – jener Person, die bei den Opfern persönlich erscheint, um Bargeld oder Wertsachen entgegenzunehmen. Deutsch spricht er nicht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Bekannte Betrugsmasche

Die Masche der Bande folgte einem bekannten Muster: Ältere Menschen wurden telefonisch kontaktiert, wobei sich die Anrufer überzeugend als Polizisten oder Staatsanwälte ausgaben. Den Opfern wurde weisgemacht, ihr Sohn oder ihre Tochter habe einen tödlichen Unfall verursacht und sitze nun in Haft – gegen Zahlung einer Kaution könne man die Angehörigen jedoch rasch wieder auf freien Fuß bringen. Zählt man alle Betrugsversuche zusammen, beläuft sich der entstandene Schaden auf mehr als 600.000 Euro.

An derselben Bande war auch ein bosnisch-herzegowinischer Staatsbürger beteiligt, der beim versuchten Betrug an einer 73-jährigen Grazerin gefasst wurde. Die Pensionistin wurde über mehrere Tage hinweg von falschen Polizeibeamten bearbeitet – einer gab sich als Chefinspektor aus, ein anderer als Notfallpolizist, und um die Geschichte noch glaubwürdiger wirken zu lassen, wurde die Frau zwischenzeitlich auch mit einem angeblichen Polizeipsychologen verbunden. Der Vorwand: Ihr Vermögen sei ins Visier von Dieben geraten, weshalb sie Geld von der Bank abheben und es vorübergehend der „Polizei“ zur sicheren Verwahrung übergeben solle. Laut österreichischen Medien handelte es sich dabei um einen sechsstelligen Betrag.

Falle für Abholer

Drei Tage lang riefen die Täter die Frau nahezu ununterbrochen an und hielten sie so in einem Zustand permanenter Verunsicherung. Schließlich machte sie sich auf den Weg zur Bank – doch die Abhebung scheiterte aus Sicherheitsgründen. In diesem Moment schöpfte die Pensionistin Verdacht, wandte sich an Verwandte und erstattete auf deren Rat hin Anzeige.

Die Polizei nutzte die Situation und stellte dem Abholer eine Falle: Als der Mann erschien, um das Geld im Namen der vermeintlichen Behörde in Empfang zu nehmen, wurde er auf der Stelle festgenommen.

Neben der Enkeltrick-Variante mit der fingierten Unfall- und Verhaftungsgeschichte setzten die Täter auch auf eine weitere Methode: Sie gaben sich als Familienmitglieder aus, behaupteten, ihr Telefon verloren und die Nummer gewechselt zu haben, und erschlichen sich so das Vertrauen ihrer Opfer – um sie anschließend um Geld zu bringen.

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KO KOSMO-Redaktion
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