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TELEFONISCH NIEMAND ERREICHBAR

Alleinerziehende Mutter wartet seit Monaten auf Beihilfe vom Finanzamt

(FOTO: iStockphoto)

Schon seit Monaten muss die alleinerziehende Mutter um die Weitergewährung der Familienbeihilfe kämpfen. Bisher wurde ihr Akt vom Finanzamt noch nicht einmal angesehen.

Seit März muss sich die 41-jährige, alleinerziehende Mutter schon mit dem Finanzamt rumschlagen. Und noch immer ist kein Geld da. Vor mittlerweile fünf Monaten hat sie online unter finanzonline.at um die Weitergewährung der Familienbeihilfe angesucht. Die Deutsche, die jedoch seit 13 Jahren in Österreich, in Wien Hernals, lebt, hat noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung erhalten. In einem Gespräch mit der Heute erzählte die wütende und verzweifelte Mutter von ihrem Tauziehen mit dem Finanzamt.

Akt noch nicht mal aufgerufen
Im Juni lief der Anspruch der alleinerziehenden Mutter auf Familienbeihilfe schließlich aus. Etliche ihrer Mails blieben bis dahin unbeantwortet. Schließlich schaffte es die 41-Jährige im vergangenen Monat endlich jemanden per Telefon zu erreichen. Doch dann der Schock: Ihr Akt wurde bisher noch nicht einmal abgerufen!

„Das ist eine absolute Frechheit. Man sagte mir, dass ich wegen Corona noch monatelang warten werde. Ich bin auf das Geld angewiesen“, ärgert sich die Alleinerziehende im Gespräch mit der „Heute. Von der Genehmigung der Familienbeihilfe hängen viele weitere Leistungen ab, wie der Familienbonus Plus und das Schulstartgeld. „Es kann nicht sein, dass Corona immer als Ausrede vorgeschoben wird. Mir entgehen dadurch knapp 400 Euro.“

Finanzministerium kommt nicht hinterher
Und der Fall der Hernalserin ist noch lange kein Einzelfall: Auch die Volksanwaltschaft meldet aktuell grobe Probleme. Bereits rund hundert weitere Eltern hätten sich an sie gewandt, da sie seit Monaten auf die Familienbeihilfe warten müssen. Die Volksanwaltschaft geht jedoch davon aus, dass weit mehr Familien von dem Rückstand betroffen sind:

„Es kommen zwei Dinge zusammen: Während Corona wurde die Anspruchsprüfung ausgesetzt. Nun ist das wieder nötig, aber das Finanzministerium hat es versäumt, rechtzeitig genug Personal bereitzustellen“. Deshalb komme man mit den Überprüfungen von Ansprüchen nicht hinterher.

Im Jahr 2020 wurden rund 40 regionale Finanzämter zu einem einzigen „Finanzamt Österreich“ zentralisiert. Doch seit dieser Umstrukturierung scheint man auch niemanden mehr zu erreichen, so die Volksanwaltschaft. Eltern, die vor ähnlichen Problemen stehen, können sich übrigens unter  post@volksanwaltschaft.gv.at bei der Volksanwaltschaft melden, oder telefonisch unter der kostenlosen Servicenummer 0800 223 223.

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