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INTERVIEW

„Als Mutter, Frau und Politikerin habe ich die Verantwortung, eine Stimme für andere zu sein“

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Vesna Schuster
Vesna Schuster (FOTO: FPÖ)

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Die gebürtige Niederösterreicherin mit serbischen Wurzeln Vesna Schuster ist in politischen Kreisen als zweifache Mutter, Unternehmerin und engagierte Politikerin bekannt. Ihr politisches Engagement entstand aus dem Wunsch, diejenigen zu vertreten, deren Stimme man nicht hört. Seit 2018 sitzt sie für die FPÖ im NÖ-Landtag und nun ist sie die niederösterreichische Spitzenkandidatin für die EU-Wahlen. KOSMO sprach mit ihr angesichts der kommenden Wahlen über ihre politischen Anliegen.

KOSMO: Sie sind zweifache Mutter und Unternehmerin. Was hat Sie in erster Linie dazu motiviert, sich auch politisch zu engagieren?
Vesna Schuster: Genau der Umstand, dass ich Mutter bin und an die Zukunft meiner Kinder denke. Ich habe auch die Verantwortung als Mutter, Frau und Politikerin, die Stimme jener zu sein, deren Stimme man nicht hört.

Wie schwierig ist es für eine Frau die Balance zwischen politischer Karriere und Privatleben zu finden?
Es hat weniger mit der politischen Karriere zu tun. Ich denke, dass jede Frau und jeder Mann diese Balance finden muss, unabhängig von Geschlecht und Beruf. Wie bei allen anderen gibt es auch bei mir Tage, die ausbalanciert sind und Tage, wo diese Balance leicht ins Schwanken kommt.

In der Bevölkerung herrscht oftmals das Vorurteil, dass die FPÖ keine „migrantenfreundliche“ Partei ist. Was hat Sie, als Person mit Migrationshintergrund, dazu bewogen, bei den Freiheitlichen politisch aktiv zu werden?
Ich habe nie diese Erfahrung gemacht, dass die FPÖ migrantenfeindlich ist. Vor vielen Jahren war ich nach meiner Scheidung in einer schwierigen Situation, egal wo ich Hilfe suchte, blitzte ich ab. Genau zu diesem Zeitpunkt lernte ich einen Gemeinderat der FPÖ kennen, welcher mir zuhörte und mir Lösungswege aufzeigte. Nach langer Zeit hatte ich wieder das Gefühl, als Mensch wahrgenommen zu werden.

Welchen Aspekten der EU-Politik möchten Sie sich widmen, insofern Sie das Mandat im EU-Parlament erhalten?
Ich bin Landtagsabgeordnete in Niederösterreich und meine Bereiche sind Bildung, Familie, Jugend, Soziales und Migration. Ich möchte mich weiterhin, aber dann auf EU-Ebene, genau diesen Bereichen widmen.

Sie kritisieren die Zuwanderungspolitik von Merkel und Macron sehr stark. Wie soll, Ihrer Meinung nach, die Situation mit Zuwanderern in Europa geregelt werden?
Österreich hat Menschen in Not immer geholfen und das werden wir natürlich auch weiter machen. Die Situation der letzten Jahre hat uns aber auch unsere Grenzen aufgezeigt. Es muss möglich und erlaubt sein zu sagen, wenn das „Haus“ voll ist. Ich bin der Meinung, dass wir die Menschen, die bereits hier sind bestmöglich integrieren müssen. Ein Schutz vor Ort wäre aber die effizienteste Methode. Konkret Schutzzentren im räumlich nächstgelegenen sicheren Land.

Es liegt Ihnen viel daran, eine Brückenfunktion für den Beitritt Serbiens in die EU zu übernehmen? Haben Sie schon konkrete Maßnahmen gesetzt?
Es war und ist mir weiterhin wichtig, den Menschen zuzuhören und ihre Ängste und Sorgen zu verstehen. Genauso handhabe ich das auch in dieser Frage. Natürlich führe ich Gespräche mit serbischen Politikern und pflege Kontakte zum serbischen Botschafter.

Eines Ihrer weiteren Anliegen in der EU-Politik ist die Stärkung der selbstbestimmten Nationalstaaten. Wieso und inwiefern sollen sie gestärkt werden?
Wieso? Weil mir die Vielfalt Europas sehr wichtig ist. Ich halte nichts von Gleichmacherei. Es gibt Bereiche, wo wichtige Entscheidungen vor Ort, also bei uns in Österreich, getroffen werden sollen, nicht in Brüssel.

ÖVP- und SPÖ-Abgeordneten im EU-Parlament kritisieren an den FPÖ- Abgeordneten, dass sie gegen die Einigkeit der EU handeln, was potentiell zu weiteren Austrittsneigungen einiger Länder führen könnte. Wie kommentieren Sie das?
Ich halte nichts von dieser Angstmacherei. Der Grundsatz muss heißen: Die Einheit in der Vielfalt! Wir handeln im Interesse Österreichs und des österreichischen Volkes. Das ist unsere Aufgabe!

 

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