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800-METER-LAUF

Amel Tuka: Bosniens große Hoffnung auf erste Olympia-Medaille

(FOTO: Instagram-Screenshot, Wikimedia Commons)

Das erste Mal nahm Bosnien-Herzegowina als unabhängiger Staat 1992 an den Olympischen Spielen teil – eine Medaille blieb bisher jedoch aus. Der Mittelstreckenläufer Amel Tuka könnte heute jedoch Geschichte schreiben.

Amel Tuka kam 1991 in Kakanj zur Welt, in einer Zeit, in welcher der grausamste Konflikt innerhalb Europas seit Ende des Zweiten Weltkrieges seinen Anfang nahm. Bosnien-Herzegowina erklärte im März 1992 seine Unabhängigkeit und nahm noch im selben Jahr an den Olympischen Spielen in Barcelona teil. Seither kämpften bosnische Sportler und Sportlerinnen jedes Jahr um eine Medaille – allerdings erfolglos. In Tokyo könnte jedoch alles anders kommen: Tuka ist ein heißer Favorit für eine Medaille, oder gar Edelmetall.

Es ist nicht der erste Olympia-Auftritt des Bosniers. Bereits 2016 lief er ein Rio, verpasste jedoch das Finale. „Rio war voller Druck und schlief nicht, weil ich nervös war“, erklärte Tuka in einem Interview mit dem bosnischen Olympischen Komitee. „Einige Kleinigkeiten und das Training war nicht so, wie es hätte sein sollen. Am Ende endete alles im Halbfinale.“

Medaille in Aussicht
Dieses Jahr kam es jedoch anders: Am Samstag qualifizierte sich Tuka bereits in der ersten Runde für das Finale im 800-Meter-Lauf mit einer Zeit von 1:45.48.

Er ist derzeit Ranglisten-Dritter der Welt über 800 Meter, hinter dem US-Amerikaner Donavan Brazier (der sich nicht für die Olympischen Spiele qualifizieren konnte) und dem Kenianer Ferguson Cheruiyot Rotich, der den ersten Lauf in Tokio mit einer Zeit von 1:43.47 anführte. David Rudisha fällt in diesem Jahr verletzungsbedingt aus. Beste Chancen für Amel Tuka beim heutigen Rennen um 14:05 Uhr die erste Medaille für Bosnien-Herzegowina zu holen.

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