Eva Schloss, eine Überlebende des Holocaust und Mitgründerin des Anne Frank Trust, ist am Samstag im Alter von 96 Jahren in London verstorben. Dies meldete das Portal Jewish News, wie Kathpress berichtet.
Die 1929 in Wien geborene Eva Geiringer musste mit ihrer jüdischen Familie vor der nationalsozialistischen Verfolgung in die Niederlande fliehen, wo sie in Amsterdam die Bekanntschaft mit der gleichaltrigen Anne Frank machte, die ebenfalls aus Deutschland geflohen war. Zwischen den beiden entwickelte sich eine enge Freundschaft. Beide Familien waren später gezwungen, unterzutauchen, wurden jedoch entdeckt und in Konzentrationslager deportiert.
In Auschwitz wurden Evas Vater und Bruder ermordet. Anne Frank, deren im Versteck verfasstes Tagebuch später weltberühmt wurde, starb kurz vor Kriegsende im Konzentrationslager Bergen-Belsen.
Leben nach Auschwitz
Nach dem Krieg heiratete Otto Frank, Annes Vater, 1953 die Mutter von Eva und adoptierte sie. Eva ließ sich in London nieder, wo sie ihren Ehemann Zvi Schloss kennenlernte und die britische Staatsbürgerschaft erhielt. Sie gehörte 1990 zu den Gründungsmitgliedern des Anne Frank Trust, dessen Programme der Erinnerung an den Holocaust gewidmet sind.
Im Jahr 2021 wurde ihr die österreichische Staatsbürgerschaft wieder zuerkannt.
Königliche Würdigung
In einer offiziellen Erklärung würdigte der britische König Charles III. die Verstorbene mit den Worten: „Die Schrecken, die sie als junge Frau erlebte, sind unmöglich zu begreifen, und dennoch widmete sie den Rest ihres Lebens der Überwindung von Hass und Vorurteilen“. Der König und seine Gemahlin Camilla fühlten sich geehrt, Schloss persönlich gekannt zu haben.
Eva Schloss verband eine enge Freundschaft mit Anne Frank und wurde lange nach deren Tod im KZ Bergen-Belsen von Annes Vater adoptiert. Als Mitbegründerin und Ehrenpräsidentin des Anne Frank Trust engagierte sich Schloss bis ins hohe Alter für die Bewahrung der Erinnerung an die Shoah und setzte sich für Toleranz ein.
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