Nach der frühen Grippewelle kämpft Österreichs Arzneimittelversorgung mit Engpässen. Trotz Nachschubproblemen bei 1.300 Medikamenten soll die Grundversorgung gesichert sein.
Die Grippewelle in Österreich flacht nach ihrem ungewöhnlich frühen Beginn allmählich ab. Dennoch kämpft die Arzneimittelversorgung mit Engpässen, da die Nachfrage im Dezember außergewöhnlich stark anstieg. Phago-Generalsekretärin Monika Vögele kündigte für Anfang Februar neue Lieferungen an. Bis dahin sei die Versorgung mit Grippe-Medikamenten trotz der Knappheit gesichert.
Ende Dezember mussten 782 Influenza-Patienten stationär behandelt werden, davon 38 auf Intensivstationen. Zu Jahresbeginn meldeten sich fast 6000 Menschen wegen Grippe krank.
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Medikamentenengpässe
Bei der Medikamentenversorgung gibt es laut Vögele derzeit bei rund 25 Prozent der Psycholeptika wie Schlaf- und Beruhigungsmitteln sowie bei etwa 20 Prozent der Schmerzmittel Verzögerungen. „Wir müssen aktuell bei knapp 1.300 Arzneimitteln lenkend eingreifen, weil die Industrie Nachschubprobleme hat“, erklärte Vize-Generalsekretärin Mila Pohl.
„Bei einigen Paracetamol-haltigen Schmerzmittelpräparaten stockt momentan die Nachlieferung. Allerdings verfügen unsere Phago-Lager über 220.000 Medikamente mit diesem Wirkstoff, was den Bedarf deckt. Kinderfiebersäfte, Hustenstiller, Nasensprays und Schnupfenmittel sind ebenfalls ausreichend vorrätig“, führte Pohl in einer Mitteilung aus.
Phago vertritt als Großhändler fünf Mitgliedsunternehmen und beliefert österreichische Apotheken monatlich mit 20 Millionen Arzneimittelpackungen.
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Weitere Entwicklung
Experten rechnen mit einem möglichen erneuten Anstieg der Influenzafälle während der Semesterferien. „Nach unserer Erfahrung treten besonders nach Feiertagen und Urlaubszeiten vermehrt Erkrankungen auf“, teilte die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) mit.
Wer sich für eine Grippeimpfung entscheidet, entwickelt nach etwa ein bis zwei Wochen einen ausreichenden Immunschutz.