Die Armutszahlen in Wien alarmieren: 400.000 Menschen gelten als gefährdet, jeder Fünfte ist betroffen. Besonders prekär wird es für subsidiär Schutzberechtigte.
In Wien gelten rund 400.000 Menschen als armutsgefährdet, was die hohe Konzentration von Risikohaushalten in der Bundeshauptstadt verdeutlicht. Österreichweit sind laut Erhebungen der Volkshilfe etwa 1,5 Millionen Menschen – das entspricht 17 Prozent der Gesamtbevölkerung – von Armut bedroht. In Wien ist sogar jede fünfte Person betroffen, wie die jüngste veröffentlichte Studie aus dem Jahr 2023 belegt. Die Statistik zeigt, dass Menschen mit AMS-Einkommen die höchste Armutsquote aufweisen.
Zu den besonders vulnerablen Gruppen zählen neben Alleinerziehenden auch Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft sowie junge Erwachsene und Minderjährige. Im laufenden Jahr 2024 haben nahezu 150.000 Wienerinnen und Wiener Leistungen aus der Mindestsicherung bezogen. Bemerkenswert ist, dass mehr als die Hälfte der Mindestsicherungsbeziehenden in Wien nicht die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt.
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Geplante Leistungskürzungen
Insbesondere bei subsidiär Schutzberechtigten (Personen mit befristetem Schutzstatus) verzeichnen die Behörden einen deutlichen Anstieg – ausgerechnet für diese Gruppe sind jedoch ab 2026 Leistungskürzungen vorgesehen. Künftig sollen subsidiär Schutzberechtigte nicht mehr unter die Mindestsicherung fallen, sondern in das System der Grundversorgung überführt werden.
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Kritik der Hilfsorganisationen
Die angekündigten Sparmaßnahmen haben bei Hilfsorganisationen deutliche Kritik hervorgerufen. Die Diakonie warnte vor multiplen Belastungen und systematischer Benachteiligung der Betroffenen. Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser äußerte konkrete Befürchtungen: „Der plötzliche Entzug der Mindestsicherung wird für die Betroffenen im ersten Schritt bedeuten, dass sie ihre Mieten nicht mehr bezahlen können, damit in Mietschulden geraten und von Delogierung bedroht sein werden.“ Insgesamt führt sie dieser Schritt in akute Armut und Wohnungslosigkeit und verschlechtert ihre Chancen auf Bildung, Teilhabe und Integration noch zusätzlich.
Die geplanten Einsparungen bei der Unterstützung für subsidiär Schutzberechtigte könnten die ohnehin angespannte soziale Situation in Wien und österreichweit weiter verschärfen.
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