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Selbstbehalt

Arztbesuch wird doppelt so teuer – 1,3 Millionen betroffen

Arztbesuch wird doppelt so teuer – 1,3 Millionen betroffen
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Doppelt so viel zahlen – ohne Vorwarnung: Millionen Versicherte trifft ab Juni eine Änderung, die für viele Senioren spürbare Folgen hat.

Ab dem 1. Juni sehen sich viele Versicherte in Österreich mit deutlich höheren Kosten beim Arztbesuch konfrontiert. Die Versicherungsanstalt für öffentlich Bedienstete, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) hat den Behandlungsbeitrag – also den Selbstbehalt, der bei Arztbesuchen anfällt – von zehn auf 20 Prozent angehoben. Nach Angaben des Seniorenbundes sind davon rund 1,3 Millionen Versicherte betroffen.

Dass viele von ihnen erst unmittelbar vor dem Inkrafttreten der Regelung davon erfahren haben, sorgt bei Seniorenvertretern für besondere Empörung. Ingrid Korosec, Präsidentin des Seniorenbundes, bezeichnet das Vorgehen als „empörend“, wie „5 min“ berichtet. Sie verweist darauf, dass Menschen ab 50 Jahren einen deutlich höheren medizinischen Bedarf hätten als jüngere Bevölkerungsgruppen.

Scharfe Kritik

Angesichts der anhaltenden Teuerung stelle die Verdoppelung des Selbstbehalts eine enorme und unzumutbare Mehrbelastung dar. Auch Birgit Gerstorfer, Präsidentin des Pensionistenverbandes Österreich (PVÖ), übt scharfe Kritik an der Maßnahme und spricht sich entschieden gegen weitere finanzielle Belastungen für Pensionisten aus.

Gerstorfer betont, dass Pensionisten in den vergangenen Jahren bereits überproportional zur Finanzierung des Gesundheitssystems beigetragen hätten. Darüber hinaus bemängelt die PVÖ-Präsidentin, dass die Maßnahme weder ausreichend kommuniziert noch mit angemessenem Vorlauf angekündigt worden sei: „Wer jahrzehntelang Beiträge geleistet hat, verdient Transparenz und Respekt – und keine Überraschungen bei den Gesundheitskosten.“

Sozialverträgliche Alternativen

Sie appelliert an die Verantwortlichen, bei der Budgetkonsolidierung auf sozial verträglichere Alternativen zu setzen. Gerstorfer zeigt sich überzeugt: „Die Krankenkassen werden mit Sicherheit bessere und gerechtere Wege finden können, ihre Budgets zu sanieren, als dies auf Kosten der älteren Generation zu tun.“

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KO KOSMO-Redaktion
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