Aus der Gefängniszelle meldet sich Ghislaine Maxwell mit brisanten Zweifeln: Jeffrey Epsteins Vertraute widerspricht der Selbstmordtheorie und deutet auf Mord hin.
Ghislaine Maxwell, die derzeit eine 20-jährige Haftstrafe wegen Frauenhandels verbüßt, hat Zweifel am offiziellen Narrativ zu Jeffrey Epsteins Tod geäußert. Die wegen Beihilfe zu Epsteins Verbrechen verurteilte Maxwell erklärte gegenüber Ermittlern, sie halte einen Selbstmord für unwahrscheinlich und vermute vielmehr einen „von innen organisierten“ Mord.
Diese Aussagen stammen aus einem offiziellen Interview, das das US-Justizministerium jetzt erstmals veröffentlicht hat. Das Gespräch fand während Maxwells Haft statt, kurz bevor sie von Florida in eine Haftanstalt mit niedrigerem Sicherheitsstandard in Texas verlegt wurde.
Maxwells Mordtheorie
Auf die Nachfrage, ob Epstein möglicherweise aufgrund kompromittierender Informationen über einflussreiche Persönlichkeiten zum Ziel geworden sei, reagierte Maxwell ablehnend. „Diese Vorstellung ist absurd. Wenn jemand ihn hätte beseitigen wollen, hätte es zahlreiche Gelegenheiten gegeben, als er nicht in Haft war“, betonte sie.
Ihre Zweifel begründete Maxwell mit eigenen Erfahrungen im Strafvollzug. Sie verwies auf systematisches Missmanagement und Sicherheitslücken im amerikanischen Gefängnissystem. Maxwell schilderte den Ermittlern, dass inhaftierte Personen bereits für geringe Summen zu Gewalttaten angestiftet werden könnten – ein Hinweis auf mögliche interne Strukturen, die einen Mord ermöglichen könnten.
Der wegen Menschenhandels zum Zweck sexueller Ausbeutung angeklagte Epstein wurde am 10. August 2019 leblos in seiner Zelle im Metropolitan Correctional Center in New York-Manhattan aufgefunden, während er auf seinen Prozess wartete. Die offizielle Todesursache wurde als Suizid durch Erhängen festgestellt.
Maxwell wies zudem entschieden zurück, dass Epstein eine „Kundenliste“ im Zusammenhang mit Sexhandel geführt oder Erpressungen betrieben habe.