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KEUCHHUSTEN

Baby platzt bei Hustenanfall Gefäß im Kopf

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Symbolbild (FOTO: iStock)

In den Hallen des Kepler Universitätsklinikums in Linz zeichnete sich zuletzt ein besorgniserregendes Bild ab: Drei junge Patienten, darunter zwei Neugeborene und ein Kleinkind, kämpften um ihr Leben, nachdem sie sich mit Keuchhusten infiziert hatten. Diese Fälle werfen ein grelles Licht auf ein wachsendes Problem in Oberösterreich, wo die Zahl der gemeldeten Keuchhusteninfektionen sprunghaft angestiegen ist.

Der jüngste Anstieg an Keuchhustenfällen hat das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen gestellt. Im Vergleich zu den 76 Fällen, die 1990 registriert wurden, ist die Zahl im vergangenen Jahr auf alarmierende 1586 Fälle angestiegen. Oberärztin Ariane Biebl, eine Stimme aus der Praxis, beschreibt die Situation als „dramatisch“.

Die Intensität der Krankheitsfälle wird durch die jüngsten Ereignisse im Kepler Uniklinikum unterstrichen. Ein Baby litt unter einem so heftigen Hustenanfall, dass ein erblich geschwächtes Gefäß im Kopf platzte. Ein weiteres Kind benötigte einen doppelten Blutaustausch aufgrund gefährlich erhöhter weißer Blutkörperchen. Alle drei Kinder haben die Intensivstation inzwischen verlassen und befinden sich auf dem Weg der Besserung.

Ursachenforschung & Prävention

Als Hauptursachen für den Anstieg der Infektionen nennt Biebl die unzureichende Durchimpfungsrate sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie, welche die natürliche Immunisierung gegen Keuchhusten beeinträchtigt haben. Besonders die Übertragung durch Erwachsene auf Kinder ist ein wachsendes Problem.

Impfschutz als Priorität

Zum Schutz insbesondere der jüngsten Mitglieder der Gesellschaft empfiehlt die Medizinerin eine Impfung, die alle zehn Jahre aufgefrischt werden sollte. Werdende Mütter haben zudem die Möglichkeit, ihren Ungeborenen durch eine Impfung im letzten Schwangerschaftsdrittel einen ersten Schutz mit auf den Weg zu geben.