
„So etwas gibt es sonst nirgends auf der Welt“
Chris hat nicht lange überlegt, bevor er das Projekt anging.
Die Nekropole für die gefallenen Partisanen hat ihn vom ersten Besuch im November 2021 an interessiert, sagt er gegenüber Balkan Stories.
„Everything about the site fascinates me. The location, the view, the architecture, the quietness. There is a real sense of calm and otherworldliness about that site, and there is nowhere else like it anywhere in the world.“
Architekt Bogdan Bogdanović hat diese Gedenkstätte als eine Stadt der Toten angelegt, die von einem Hügel im Westen aus auf das alte Mostar als die Stadt der Lebenden schaut.
Die Stadt, für deren Befreiung die hier Geehrten zwischen 1941 und 1945 ihr Leben gaben.
Chris‘ Film wird nicht nur die Architektur dieser Gedenkstätte für sich sprechen lassen.
Vor allem wird er alle zu Wort kommen lassen, die bei der Erhaltung dieser Gedenkstätte etwas zu sagen haben.

Etwa Sead Đulić, den Vorsitzenden der Mostarer und der bosnischen Vereinigung der Antifaschisten und Freiheitskämpfer, Senada Demirović Habibija, Architektin und Aktivisten und den Historiker Dragan Markovina.
Das verspricht einen tiefen Einblick in die Schwierigkeiten, mit denen die Versuche, das Denkmal zu erhalten, zu tun haben.
In letzter Minute hat sich auch der umstrittene Mostarer Bürgermeister Mario Kordić zu einem Interview mit Chris und Oggi bereiterklärt.
Ein Zeichen, dass diese Doku so ernst genommen wird, wie sie sollte.

Für die Fertigstellung braucht diese Doku noch Geld
Chris hofft, dass er die Doku im Lauf des Jahres fertigstellen kann. Mit Al Jazeera Balkans laufen Verhandlungen über eine Ausstrahlung, es soll auch eine längere Version für Filmfestivals geben.
„The aim of this documentary is to shine a new light of attention, hope and urgency to save one of Bosnia and Herzegovina’s most unique cultural and architectural treasures“, beschreibt Chris das Ziel.
Damit er den Film fertigstellen kann, braucht er freilich Unterstützung.
Auf der Plattform Kickstarter hat er eine Spendenaktion gestartet.
Bis 4. Februar kann man hier die Fertigstellung unterstützen. Knapp vier Wochen vor Fristende fehlten noch ungefähr 20.000 Euro.
Filme machen ist teuer. Professionelle Ausrüstung kostet viel Geld, dazu kommen Reisekosten, Spesen für Helfer vor Ort, nach dem Dreh auch die Kosten für einen professionellen Videoschnitt.
Und während Filmemacher ein derartig aufwändiges Projekt machen, haben sie keine Zeit, anderswo Geld zu verdienen – während die normalen Kosten natürlich weiterlaufen.
Jeder Cent für diese Dokumentation unterstützt den Kampf, eine der bedeutendsten Gedenkstätten im ehemaligen Jugoslawien zu retten.
Einen ersten Eindruck, was ihr in dieser Dokumentation zu sehen bekommt, könnt ihr hier bekommen.
Balkan Stories, Christoph Baumgarten
Christoph Baumgarten ist Journalist und Balkanreisender aus Leidenschaft. Seit 2015 verbindet er beide Leidenschaften auf seinem Blog Balkan Stories. Dort versucht er, Geschichten zu erzählen, für die es in größeren Medien meist keinen Platz gibt und stellt die Menschen in den Mittelpunkt.
Mehr von Christoph könnt ihr unter balkanstories.net nachlesen.