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GESCHICHTE

Balkan Stories: Die Geißel des Balkan

Balkan Stories: Die Geißel des Balkan
(Foto: Balkan Stories/zVg.)
7 Min. Lesezeit |

Von Maribor südwärts, einschlägige Lokale an jeder Ecke

Als ob in dieser Gegend nicht schon genügend Spielsüchtige herumlaufen würden.

Aus Sicht der Glücksspielindustrie sind es offenbar nicht genug.

Niemand weiß genau, wie viele einschlägige Lokale es gibt allein im ehemaligen Jugoslawien.

Man findet sie vom Busbahnhof in Maribor südwärts überall.

Mag die Stadt noch so klein sein.

Etwa hier in Rožaje in Montenegro.

Oder hier in Bela Crkva im Banat in der Vojvodina.

Sind es keine Casinos, sind es Wettbüros- oder Cafes. Die Grenzen sind fließend.

Etwa hier in Banja Koviljača in Serbien.

Oder in Zagreb.

In Bosnien angeblich mehr Wettlokale und Casinos als Bäcker

Auf mehr als 2.000 Lokale etwa kommt alleine der bosnjakisch-kroatische bosnische Teilstaat Federacija – und das sind nur Wettlokale.

Dazu kommen mehr als 800 im serbisch dominierten Teilstaat Republika Srpska – und in beiden Fällen einige hundert Kleincasinos.

So weit bekannt, dürfte es mehr Wett- und Glücksspiellokale im Land geben als Bäcker.

Etwa jeder fünfte Einwohner Bosniens dürfte zumindest häufiger wetten, seit Jahren.

50.000 tun das regelmäßig – oder verlieren ihr Geld beim offiziellen Glückspiel.

Das Land hat nach mehreren Schätzungen die höchste Dichte an Wett- und Glücksspiellokalen in ganz Europa.

Fünf Prozent der Wirtschaftsleistung werden verspielt

2021 machten sie alleine in der Federacija einen Umsatz von 1,6 Milliarden Mark, das sind 800 Millionen Euro.

Die Umsätze in der RS sind nicht in ihrer Gesamtsumme bekannt – betragen aber ebenfalls mehrere hundert Million Euro.

Macht konservativ geschätzt zusammen eine Milliarde Euro.

Das bosnische Bruttoinlandsprodukt lag 2022 je nach Schätzung zwischen 22 und 28,5 Milliarden Dollar.

In anderen Worten: Wett- und Spielsüchtige und Gelegenheitsspieler verspielen pro Jahr bis zu fünf Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes.

In Serbien das Gleiche in Hellblau

Serbien hat nach serbischen Angaben die zweithöchste Dichte an einschlägigen Lokalen pro Kopf in Europa, nach anderen Angaben sogar die höchste.

15.000 Beschäftigte haben Wett- und Glücksspielindustrie dort zusammen.

Und das laut einem der Branche gegenüber äußerst wohlwollenden Bericht des regimenahen Boulevardblattes Blic.

Im Land soll es mehr als 30.000 Glücksspielautomaten geben.

Wie viel Geld die Serben dort jedes Jahr verlieren, ist nicht einfach zu recherchieren.

Alleine die Steuerleistung der Glückspiel- und Wettbranche soll 2022 etwa 250 Millionen Euro betragen haben. Die Umsätze sind demnach ein Vielfaches.

Für Montenegro und Kroatien sieht es nur unwesentlich besser aus.

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KO KOSMO-Redaktion
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