Sparen ist für jeden von uns nützlich, aber nicht alle können es gleich gut. Während manche Menschen mühelos Geld zurücklegen, scheinen andere selbst mit höherem Einkommen Schwierigkeiten damit zu haben. Bankerin Claire Framrose betont, dass der Schlüssel zum erfolgreichen Sparen darin liegt, die Strategie an den persönlichen Umgang mit Geld anzupassen. Je nach Persönlichkeitstyp gibt es unterschiedliche Wege, die zum finanziellen Erfolg führen können.
Der ständig besorgte Typ lebt in permanenter finanzieller Anspannung. „Dieser Persönlichkeitstyp scheut jedes Risiko, steht unter Dauerstress, gerät leicht in Panik und leidet unter Schlafproblemen“, erklärt der klinische Psychotherapeut Dr. Joe Gee.
„Aus Mangel an Selbstvertrauen versuchen sie krampfhaft, Fehler zu vermeiden. Sie bereiten sich ständig auf potenzielle finanzielle Katastrophen vor und entwickeln eine regelrechte Besessenheit bezüglich ihrer Finanzen.“
Wer nachts wegen Geldsorgen wach liegt, gehört vermutlich zu dieser Gruppe. Bankfachfrau Claire rät hier zu offenen Gesprächen über Finanzen, besonders mit professionellen Beratern. Zudem empfiehlt sie, die Ersparnisse stets griffbereit zu haben oder zumindest elektronischen Zugang zum Konto zu pflegen, um jederzeit den Überblick zu behalten.
Finanzielle Verhaltensmuster
Der Verdrängungstyp tut so, als wäre finanziell alles in Ordnung, selbst wenn das Gegenteil der Fall ist. „Für Menschen, die vor ihren Geldproblemen die Augen verschließen, kann die Aneignung neuer Ausgabegewohnheiten ein wirksamer Weg sein“, meint die Bankexpertin. Sie empfiehlt diesen Persönlichkeitstypen, sich selbst herauszufordern – etwa indem sie für einen bestimmten Zeitraum nur das Nötigste kaufen oder in bestimmten Bereichen radikal sparen.
Der zwanghafte Ausgeber verspürt ständig den Drang, sich selbst zu belohnen, auch wenn das Budget es eigentlich nicht zulässt. Wer sich in diesem Muster wiedererkennt und mehr Kontrolle über seine Ausgaben gewinnen möchte, dem rät die Bankerin, von jedem Gehalt sofort einen festen Betrag auf die Seite zu legen. So sinkt die Wahrscheinlichkeit unkontrollierter Ausgaben.
Der Sparer bildet das Gegenstück zum Ausgabetyp. Diese Menschen versuchen, jeden Cent zu horten und entwickeln Schuldgefühle beim Geldausgeben. Was zunächst vorteilhaft für die Finanzen erscheint, kann die psychische Gesundheit belasten. „Weder extremes Sparen noch maßloses Ausgeben führen zu echtem Glück“, betont Psychologe Mario Weik.
Strategien entwickeln
Die Kunst liegt im Gleichgewicht zwischen Verzicht und Genuss. Die Bankfachfrau empfiehlt daher, monatlich einen festen Betrag für Vergnügen und spontane Ausgaben einzuplanen – so wird weder zu viel ausgegeben noch auf Lebensfreude verzichtet.
Der Risikotyp trifft schnelle Entscheidungen ohne gründliche Überlegung der finanziellen Folgen. „Dieses Verhalten wird durch die Ausschüttung von Dopamin im Gehirn gefördert, was bei Risikosituationen ein Gefühl der Zufriedenheit auslöst“, erläutert der Psychotherapeut. Um nicht in die Schuldenfalle zu tappen, sollten diese Persönlichkeitstypen klare Grenzen für ihre Risikobereitschaft setzen – professionelle Beratung kann dabei unterstützen.
Der Ersparnisplünderer beginnt mit guten Vorsätzen zu sparen, greift dann aber regelmäßig auf die Rücklagen zu, um sich etwas zu gönnen – stets mit dem Versprechen, dass es das letzte Mal sei.
Für diesen weit verbreiteten Typus empfiehlt Bankerin Claire, das monatliche Budget in Wochenportionen aufzuteilen.