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VKI schlägt Alarm

Bedenkliche Chemikalien in Küchenrolle nachgewiesen

Bedenkliche Chemikalien in Küchenrolle nachgewiesen
FOTO: iStock/Hazal Ak
3 Min. Lesezeit |

Küchenrolle ist nicht gleich Küchenrolle – ein neuer Test zeigt, welche Produkte im Alltag zur chemischen Falle werden können.

Der Verein für Konsumenteninformation hat 15 Küchenrollen einem umfassenden Test unterzogen. Sechs Produkte schnitten gut ab, sieben lagen im Mittelfeld, zwei überzeugten kaum. Die vier bestplatzierten Produkte zählen gleichzeitig zu den preisintensivsten im Testfeld.

Als klarer Verlierer des Tests erwies sich Küchenpapier aus Altpapier: In diesen Produkten wurden Bisphenole nachgewiesen – hormonähnliche Chemikalien, die als gesundheitlich bedenklich eingestuft werden, weil sie in den Hormonhaushalt des menschlichen Körpers eingreifen können. Besonders problematisch ist der Umstand, dass betroffene Produkte dennoch als lebensmitteltauglich ausgewiesen sind – darunter die Küchenrolle Floralys von Lidl.

Testsieger & Verlierer

Den Spitzenplatz teilen sich zwei Markenprodukte, die jeweils 73 von 100 möglichen Punkten erreichten – und als einzige im Testfeld aus zwei Lagen bestehen. Ausschlaggebend für Nassfestigkeit und Saugkraft ist dabei nicht allein die Lagenanzahl, sondern das Zusammenwirken von Materialqualität, Struktur und Verarbeitung. Zwei weitere Produkte erfüllten die Kriterien für das Prädikat gut und günstig: Happy End von Penny sowie S-Budget von Spar.

Küchenrollen aus Altpapier schnitten in nahezu allen Kategorien schwach ab. Die vier getesteten Produkte aus reinem Recyclingmaterial – SoftStar, Saugstark&Sicher, Danke und Wepa Mach m!t – erzielten bei der Saugfähigkeit die niedrigsten Werte des gesamten Testfelds. Zudem war das Vorhandensein optischer Aufheller bei Recyclingprodukten deutlich häufiger festzustellen als bei Küchenrollen aus frischem Zellstoff.

Die Küchentücher der Marke Saugstark&Sicher gaben diese chemischen Verbindungen bei Lebensmittelkontakt sogar direkt ab. Auffällig war darüber hinaus, dass Produkte aus Recyclingfasern im Vergleich häufiger erhöhte Keimwerte aufwiesen – wenngleich keine krankmachenden Keime nachgewiesen wurden.

Bisphenole & Risiken

Sämtliche 15 getesteten Küchenrollen wurden auch auf Bisphenole untersucht. In Produkten aus 100 Prozent frischem Zellstoff konnten diese Substanzen nicht nachgewiesen werden – wohl aber in jenen aus Recyclingpapier. Bisphenol A (BPA) und Bisphenol S (BPS) sind reproduktionstoxisch eingestufte Verbindungen. Ein gezielter Versuch belegte, dass Bisphenole unter Hitzeeinwirkung und in Verbindung mit Fett auf Lebensmittel übergehen können: Nach dem Kontakt eines Recyclingpapiers mit Speck wurden im Lebensmittel messbare BPA-Rückstände festgestellt.

Küchenpapier aus Recyclingmaterial sollte daher nicht oder allenfalls sehr kurz mit Lebensmitteln in Berührung kommen – insbesondere nicht mit warmen oder fetthaltigen Speisen.

Die ausführlichen Testergebnisse sind ab sofort in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift KONSUMENT sowie unter www.vki.at/kuechenrolle-2026 abrufbar.