Nicht Lebenslauf oder Zeugnisse, sondern ein lockeres Bier entschied bei Steve Jobs über Karrieren. Der Apple-Gründer revolutionierte mit seinem unkonventionellen Ansatz die Personalauswahl.
Steve Jobs zählt zu den prägendsten Unternehmerpersönlichkeiten unserer Zeit. Der Mitbegründer von Apple war auch maßgeblich an der Entstehung von NeXT beteiligt und spielte eine Schlüsselrolle in der Erfolgsgeschichte des Animationsstudios Pixar. Nach seiner Rückkehr zu Apple revolutionierte er mit bahnbrechenden Produkten den Technologiemarkt – vom iMac über den iPod bis hin zum ersten iPhone, das 2007 vorgestellt wurde.
Ein wesentlicher Faktor für seinen Erfolg lag in seinem besonderen Gespür für Personalentscheidungen. Jobs verfolgte dabei einen klaren Ansatz: Die Auswahl der richtigen Mitarbeiter basierte für ihn weniger auf fachlichen Qualifikationen als vielmehr auf persönlichen Eigenschaften. Er hatte eine präzise Vorstellung davon, welche Charakterzüge seine Teammitglieder mitbringen sollten.
Der Bier-Test
Seine unkonventionelle Herangehensweise bei der Personalauswahl wurde später als „Bier-Test“ bekannt. Jobs war überzeugt, dass formelle Bewerbungsgespräche wenig Aufschluss über die wahre Persönlichkeit eines Kandidaten geben, da in solchen Situationen naturgemäß jeder versucht, sich optimal zu präsentieren.
Im Gegensatz zu anderen Arbeitgebern, die auf ausgefallene Methoden wie den „Salz und Pfeffer“-Test setzen, verfolgte Jobs einen deutlich persönlicheren Ansatz. Er stellte sich selbst die einfache Frage: Würde er mit dem Bewerber auch privat ein Bier trinken gehen? Tatsächlich lud er potenzielle Mitarbeiter gelegentlich zu einem entspannten Gespräch bei einem Spaziergang ein oder traf sich tatsächlich auf ein Getränk. Diese informelle Umgebung ermöglichte es dem Apple-Gründer, die Kandidaten auf einer natürlicheren Ebene kennenzulernen.
Authentische Gespräche
In einem Interview erläuterte Jobs seinen Ansatz: „Ich führe sie zum Essen aus, gehe mit ihnen spazieren oder hänge einfach ab. Ich stelle Fragen wie ‚Erzähl mir, was du letzten Sommer gemacht hast?‘ oder ‚Wann hast Du das letzte Mal etwas erreicht?‘ Es gibt keine richtige oder falsche Antwort.“ Ihm ging es vielmehr darum, dass die Bewerber ihre authentische Persönlichkeit zeigen.
Denn für Jobs war nicht nur das Finden von „A-Spielern“, wie er sie nannte, entscheidend, sondern auch die Gewissheit, dass „sie wirklich gerne miteinander arbeiten“.