Monaco, bekannt für Glamour und Sicherheit, erlebt einen historischen Schock: Ein gezielter Sprengstoffanschlag trifft einen ukrainischen Oligarchen.
Am Montagabend erschütterte eine Explosion das Fürstentum Monaco. Dabei wurden ein ukrainischer Oligarch, seine Frau sowie ein 13-jähriges Kind verletzt. Wie die Zeitung „Nice-Matin“ berichtete, dürfte der ukrainische Oligarch Wadym Jermolajew das Ziel des mutmaßlichen Anschlags gewesen sein.
Jermolajew ist Eigentümer der Unternehmensgruppe Alef Diversified Corporation, zu der laut Angaben des Unternehmens 18 Firmen gehören. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj setzte ihn im Jahr 2023 per Sanktionsbeschluss auf eine ukrainische Sanktionsliste.
Ein Mann soll ein mit einer Sprengfalle präpariertes Paket vor der Lobby eines Gebäudes deponiert haben. „Wir können davon ausgehen, dass die Opfer gezielt angegriffen wurden“, erklärte Monacos Staatsminister Christophe Mirmand. „Meines Wissens ist dies der erste derartige Anschlag in der Geschichte des Fürstentums.“
Flucht Richtung Frankreich
Staatsanwalt Stephane Thibault gab an, ein Verdächtiger habe vor der Detonation eine Tasche oder ein Paket im Eingangsbereich des Wohngebäudes abgelegt. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich ausschließlich die drei Verletzten im Gebäude. Der Täter konnte offenbar zu Fuß in Richtung Frankreich entkommen.
Wie BFMTV unter Berufung auf die monegassische Sicherheitsbehörde sowie die Regionalzeitung „Monaco-Matin“ berichteten, soll kurz vor dem Anschlag eine Person beobachtet worden sein, die einen Rucksack abstellte und anschließend zu Fuß in Richtung der französischen Grenzstadt Beausoleil flüchtete. Medien veröffentlichten ein Überwachungskamerabild, das einen laufenden Mann mit dunklem Hut zeigt.
Alle drei Verletzten wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus nach Nizza gebracht. Dutzende Feuerwehrleute und Einsatzkräfte rückten aus, um die Opfer zu versorgen und den Tatort zu sichern, der sich an einer Straße nahe der französischen Grenze befindet. Staatsminister Mirmand zufolge erlitten darüber hinaus vier weitere Personen einen Schock.
Nach Angaben aus Kreisen des französischen Innenministeriums trafen französische Rettungskräfte als Verstärkung vor Ort ein. Zudem sei eine grenzüberschreitende polizeiliche Zusammenarbeit eingeleitet worden, um den flüchtigen Verdächtigen aufzuspüren.
Alberts Reaktion
Fürst Albert II. von Monaco äußerte sich noch in der Nacht in einer schriftlichen Mitteilung zu dem Vorfall und erklärte, die „kriminelle Explosion“ stelle „einen Schock für die gesamte monegassische Gemeinschaft“ dar. Alle zuständigen staatlichen Stellen seien mobilisiert und arbeiteten eng mit den französischen Behörden zusammen.
„Wir vertrauen darauf, dass sie die Umstände dieser Tragödie so schnell wie möglich aufklären, die Verantwortlichen identifizieren und auf allen Ebenen die notwendigen Antworten liefern werden“, hieß es in der Mitteilung.