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Gleisverwerfung

Hitze wird zur Herausforderung für den Bahnverkehr

Hitze wird zur Herausforderung für den Bahnverkehr
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Die Hitze macht auch der Bahn zu schaffen – und ein Vorfall in Niederösterreich zeigt, wie schnell Schienen zur Gefahr werden.

Am Montag kam es auf einer niederösterreichischen Bahnstrecke zu einer hitzebedingten Streckensperrung. Zwischen Neulengbach und Kirchstetten war die Strecke aufgrund einer Gleisverwerfung von 7.42 bis 8.18 Uhr unterbrochen. Wie ÖBB-Sprecher Christopher Seif gegenüber „Heute“ erklärte, läuft der Bahnbetrieb in Österreich derzeit „ohne generelle Einschränkungen“.

Gleichzeitig wies er darauf hin, dass sich die Auswirkungen extremer Hitze nicht vollständig ausgleichen lassen – nicht unbedingt notwendige Bahnfahrten sollten daher vermieden werden. Auf Hochleistungsstrecken führen die ÖBB vier Mal pro Jahr Messfahrten durch; dort kommen ausschließlich Betonschwellen zum Einsatz, um Gleisverwerfungen zu verhindern. Generell investiert das Unternehmen fortlaufend in die Hitzebeständigkeit seines Schienennetzes – unter anderem durch den Einsatz moderner Baustoffe und den Betrieb kontinuierlicher Überwachungssysteme.

Entstehung von Gleisverwerfungen

Da das Gleis nahezu vollständig lückenlos verschweißt ist, bauen sich im Sommer durch die Wärmeausdehnung des Materials Druckspannungen auf. Diese werden unter normalen Bedingungen durch Schwellen und Schotterbett – den sogenannten Querverschiebewiderstand – aufgefangen. Steigt die Schienentemperatur jedoch auf rund 60 Grad Celsius und nimmt gleichzeitig der Querverschiebewiderstand ab, kann sich das Gleis in dem betroffenen Abschnitt verwerfen.

Gleisverwerfungen sind in Österreich in den vergangenen Jahren deutlich seltener geworden. Jahrzehntelange Erfahrung im Oberbau sowie die konsequente Anpassung des Ausrüstungsstandards – insbesondere der Umstieg auf Betonschwellen – haben dazu beigetragen, solche Schäden erheblich zu reduzieren.

Besonders anfällig für Gleisverwerfungen sind Streckenabschnitte, auf denen es zu raschen Temperaturschwankungen kommt – also etwa dort, wo auf kühle Nächte tagsüber extreme Hitze folgt. Einschnitte sowie Bereiche mit starker Wärmeabstrahlung, beispielsweise durch angrenzende Betontröge oder Lärmschutzwände, gelten als besonders gefährdet. Gleisschäden dieser Art werden auf verschiedenen Wegen festgestellt: durch planmäßige Inspektionen, durch Meldungen von Triebfahrzeugführern über eine unruhige Gleislage sowie durch gezielte Vermessungen.

Klimawandel & Forschung

Im Hinblick auf den Klimawandel laufen bei den ÖBB bereits mehrere Forschungsprojekte, die sich mit der Analyse von Wetterdaten sowie der Weiterentwicklung von Prüfmethoden und Messverfahren befassen. Als wirksamste Gegenmaßnahme gilt nach wie vor der moderne Oberbau mit Betonschwellen.

Auch für Autofahrer bringt die anhaltende Hitze Risiken mit sich: Auf Straßen sind Schäden durch die hohen Temperaturen nicht auszuschließen.

So war die A1 bei Haag am Samstag wegen Fahrbahnschäden auf einen Fahrstreifen verengt.

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KO KOSMO-Redaktion
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