Über 2 Millionen Menschen mit BiH-Wurzeln leben im Ausland – allein in Österreich sind es fast 180.000.
Bosnien und Herzegowina gehört weltweit zu jenen Ländern, deren Diaspora im Verhältnis zur eigenen Bevölkerung besonders groß ist. Nach Schätzungen des Weltverbands der bosnisch-herzegowinischen Diaspora leben rund 2,2 Millionen Menschen mit Wurzeln in BiH außerhalb ihrer Heimat – das entspricht mehr als 60 Prozent der Gesamtbevölkerung. Der weitaus größte Teil davon, rund 95 Prozent, hat sich in Europa und Nordamerika niedergelassen.
Der Wegzug aus BiH ist kein abgeschlossenes Kapitel. Seit 2013 haben nahezu eine halbe Million Menschen das Land verlassen, und aktuelle Studien deuten darauf hin, dass dieser Trend anhält. Gleichzeitig ist die Bedeutung der bosnisch-herzegowinischen Gemeinschaft im Ausland gewachsen: Sie gilt heute als relevanter demografischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Faktor – sowohl in den Aufnahmegesellschaften als auch im Herkunftsland selbst.
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Globale Verteilung
Die größte Konzentration von BiH-Staatsangehörigen findet sich laut Außenministerium in Sarajevo in den Vereinigten Staaten, wo mehr als 350.000 Personen leben. In Kanada sind es rund 50.000. Deutschland zählt knapp 240.000 bosnisch-herzegowinische Staatsbürger, nennenswerte Gemeinschaften bestehen zudem in Norwegen, Schweden, Australien, Kroatien, Serbien, Slowenien und der Schweiz. Rund 150.000 Personen haben ihre ursprüngliche Staatsbürgerschaft aufgegeben und die eines anderen Landes angenommen.
Auch hierzulande ist die Gemeinschaft aus BiH längst fest verankert. Laut Daten des Österreichischen Integrationsfonds wurden 22,7 Prozent der österreichischen Bevölkerung – mehr als zwei Millionen Menschen – im Ausland geboren. Unter ihnen stellen Staatsangehörige aus Bosnien und Herzegowina mit rund 179.800 Personen die zweitgrößte Einwanderergruppe. Nur die in Österreich lebenden Deutschen sind mit etwa 270.500 Personen noch zahlreicher vertreten.
Hinter den BiH-Staatsangehörigen folgen Menschen aus der Türkei, Rumänien, Syrien und Afghanistan. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Zusammensetzung der Zuwanderung zusätzlich verändert – die Zahl der in Österreich lebenden Ukrainerinnen und Ukrainer ist seither deutlich gestiegen.
Rot-Weiß-Rot-Karte
Seit nunmehr 15 Jahren versucht Österreich, über die Rot-Weiß-Rot-Karte gezielt qualifizierte Arbeitskräfte aus Drittstaaten ins Land zu holen. Derzeit nutzen rund 12.600 Personen diesen Aufenthaltstitel. Weitaus verbreiteter ist hingegen die RWR-Karte Plus, die von mehr als 142.000 Menschen in Anspruch genommen wird – darunter besonders viele türkische und serbische Staatsangehörige sowie Personen aus BiH.
Insgesamt wurden an Drittstaatsangehörige mehr als 600.000 Aufenthaltstitel ausgestellt.
Fast 17 Prozent davon entfallen auf Menschen aus Bosnien und Herzegowina.